Meine Segelei

Als kleiner Junge konnte ich eher wriggen als das ABC aufsagen und habe mit meinen Onkels viele Touren von Finkenwerder nach Schweinesand mit dem Kahn von Onkel Jakob Holst gemacht. Das fing eigentlich schon kurz nach dem Krieg an. Dabei kann ich mich noch genau an eine meiner ersten 'Reise' erinnern. Ich ging noch nicht zur Schule. Wir sind auf der Finkenwerder Seite am Mühlenberger Loch vorbei gepaddelt, also auf der verkehrten Seite der Seeschiffartstraße. Am Rand des Mühlenberger Loches waren eine ganze Reihe zerbombter ausgebrannter und verrosteter Wracks aus dem Hafen gelagert worden, um sie erst einmal los zu werden. Bei einem quietschte noch eine Tür im Gezeitenstrom, was sich doch sehr schauerlich anhörte. Es gab auch kleinere Wrackteile, die bei Hochwasser nicht zu sehen waren. Unsere beiden "Kapitäne", Onkel Gustav und Onkel Ewald, kannten sich dort aus und umfuhren diese Unterwasserwracks sehr gekonnt. Dabei machten beide mich auf unserer Rückfahrt auf eine Segelyacht aufmerksam. Wir haben unsere Fahrten immer nach den Tiden eingerichtet. So eine Yacht war damals eine kostbare Rarität und genau die rauschte auf so ein Unterwasserhindernis auf. Dabei hatte der Segler noch Glück. Es war ja auflaufend Wasser und sie konnten sich selbst nach einiger Zeit befreien.

Als kleiner Junge bin ich aber zwischendurch auch mal mit meinem Vater sogar mit dem Feuerlöschboot gefahren. Es war aber keine Vergnügungsfahrt, sondern meine erste Reise ins Altonaer Krankenhaus, wo mein Onkel Gustav seine Assistenzzeit ableistete. Später war er nach einem Umweg über Berkeley/ LA Chef der Narkose in Wiesbaden.
Das eine mal war auch meine Cousine Elsbeth mit. Während die Onkels sich zur Inselmitte von Schweinesand durch das Weidengestrüpp durchschlugen, um dort lange Weidenstöcke als Bohnenrankhilfe zu schlagen, habe ich meine Cousine "son lütt büschen" geärgert. Ich habe riesige Hakenkreuze in den Sand am Strand gezeichnet. Die Dinger kannte ich ja noch zur Genüge. Jedesmal, wenn ich eines fertig hatte, hat sie daraus das damals noch gänzlich unbekannte 'Windows'-Zeichen gemacht. Da sie dazu auch eine gewisse Zeit brauchte, hatte ich Gelegenheit, wieder ein neues zu machen. So habe ich sie ganz schön auf Trab gehalten. Sie hatte Angst, dass irgend jemand das, so kurz nach dem Krieg, hätte sehen und uns anzeigen können.
Ein anderes Mal wollten wir nicht ganz mit nach Schweinesand. Wir, Oma Lorenz, Elsbeth und ich sind auf einer Sandbank mitten im Mühlenberger Loch ausgestiegen. Diese Sandbank befand sich auf der Ostseite der Estemündung, genau da, wo mein Urgroßvater Baack mit seinem Kahn geangelt hat. Leider habe ich ihn und seinen Kahn nicht kennen gelernt. Es war gerade Ebbe und bereits eine Zeit lang stehendes Wasser, als wir auf die Sandbank stiegen.. Und dann setzte die Flut ein. Es ging erschreckend schnell, und bis die auf Schweinesand unsere Lage erkannten und bei uns waren, stand mir das Wasser bereits bis fast am Hintern! Das war ein ganz schön mulmiges und einprägsames Gefühl. Wir hätten es uns eigentlich denken müssen, dass die Flut unmittelbar bevor ansteht, da wir ja bei ablaufendem Wasser losgefahren sind. Seit der Zeit habe ich, wenn auch keine Angst, aber doch sehr großen Respekt und Achtung vor diesen Naturgewalten nebst dessen Bewohnern wie Neptun mit seinen Tritonen, Nixen und Seeteufeln. So habe ich mir später auch den Brauch beim Segeln ohne zu zögern von Peter M. angenommen, dass von der ersten Flasche, egal was drin ist, Neptun der erste Schluck gehört!!! Wir waren dabei aber sehr darauf bedacht, dass der Schluck nicht zu groß war, damit Neptun nicht betrunken wurde, da er uns ja im Notfall beistehen sollte.
Auf einer der Rückreise mussten wir gegen an rudern. Am Ness, bei der REME (B&V), später Flugzeugbau Airbus, kamen wir nicht mehr gegen die Strömung an und mussten zur anderen Seite rüber, wo wir das Boot an Teufelsbrück vorbei schoben, bis wir soweit am Lotsenhöft, Abdrift mit einberechnet, vorbei waren, so dass wir genau in das Köhlfleet gelangten. Heute ist Schweinesand Tabuzone. Wir haben noch viele Fahrten gemacht, dabei haben wir auch große Steine für den Steingarten und weitere lange Äste für die Bohnen herangeschleppt.
Ein anderes Mal hatten wir günstigen Wind und ein provisorisches 'Wikingersegel' gesetzt, das den Entscheidungsträgern die Sicht nach vorne einschränkte. Ich wurde zum Ausguck auserkoren und vor den Mast gesetzt, damit ich alle Hindernisse, sprich Schiffe, nach achtern melde. Es war sehr interessant vor dem Mast. Die vielen Schiffe im Fahrwasser der Elbe taten uns ja nichts. Die brauchte ich nicht melden, aber dann kam ein Schlepper von der Siestas-Werft. Man, war das ein Anblick! So groß hatte ich so etwas noch nicht gesehen und dann auch noch so dicht vor meiner Nase.................. Das Donnerwetter von achtern, folgte auf dem Fuße. Die haben den Schlepper erst gesehen, als er bereits vorbei war!

Bei diversen anderen kleinen Fahrten in der Aue und im Köhlfleet, hat Onkel Ewald immer gesagt, ich soll Ausschau nach Ertrunkenen halten. Er meinte, dass wir die abschleppen und bei der Wasserschutz anlanden müssen. Es gibt auch Finderlohn dafür. Wir haben nichts gefunden, worüber ich ehrlich gesagt auch froh war!
Vom Stack aus sind wir, ein Schiffsjunge von einem Kutter, noch einer und ich, damals etwa 13 Jahre, abends mit dem Beiboot des Kutters nach Teufelsbrück, auf die andere Seite der Elbe gerudert. Quer übers Fahrwasser. Dort ist heute noch ein Lokal auf dem Anleger. Wir haben unser Boot hinten am Ponton fest gemacht und sind dort bei einigen Bierchen bis ca. 23° Uhr geblieben. Dann sind wir wieder zurück. Wenn uns da einer in die Quere gekommen wäre, den hätten wir gerammt und versenkt. Natürlich hatten wir keine Beleuchtung und Angst sowieso nicht. Einer, der noch etwas jünger war als ich, hat es uns alleine nachmachen wollen. Hatte aber nicht die Kraft und Ausdauer, um gegen die Strömung anzukommen. Die Wasserschutzpolizei hat ihn dann auf den Haken genommen und zurück in den Hafen gebracht - Thema durch!



Den Kahn, der hier im Vordergrund auf dem Köterdamm liegt, habe ich am Tag nach den Deichbrüchen '62 an mich genommen und habe damit meine Großeltern die fünf Meter zu ihrem Haus geschippert. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch andere Leute zu ihren Häusern gebracht und auch Brot verteilt, wo die Bundeswehr mit ihren Booten am Köterdamm nicht über die Hecken und Pforten kam. Später habe ich den Kahn, wie auf dem Bild, dort liegen lassen.

Meine Segelei begann aber erst im Urlaub in Italien in Vada. Dort haben wir auf dem Zeltplatz „Tree Pesce”, einen Lehrer aus Lüneburg kennen gelernt. Er hatte eine selbst gebaute Jolle auf dem Dach seines Autos und dahinter seinen Wohnwagen. So ist er zwar nicht ganz auf den Spuren Hannibals aber doch über die Alpen gezogen. Ich glaube Hannibal stand der Brenner nicht zur Verfügung. Ich wurde neugierig und kam mit ihm ins Gespräch. Dabei erfuhr ich, dass er die Jolle von seinen Schülern im Handwerksunterricht nach den Plänen zweier Redakteure einer bekannten Zeitschrift, die sich dem Thema Yacht sehr verbunden fühlte, erbauen lassen hatte. Diese Redakteure haben sogar dafür gesorgt, dass eine Segelherstellfirma die Segel zu einem Sonderpreis herstellten. Das gefiel mir und ich fragte, ob er das nochmal machen könne. Er sagte zu und im nächsten Jahr hatte ich auch eine Jolle. Gebaut wurden diese beiden Jollen in Bleckede an der Elbe und kosteten mich glatte 1000 DM. Der Stapellauf und die Jungfernfahrt meines Schiffchens fanden an einem Samstag im dortigen Hafen statt. Der Schulleiter hatte dazu alle Schüler in den Hafen beordert. Das waren nicht wenige. Ich war auch dabei. Und so kam es, dass es im Hafen nur so wimmelte. Das haben die DDR-Grenzer auf ihrem Aussichtsturm, der sich am gegenüberliegenden Ufer der Hafeneinfahrt befand, sofort bemerkt und haben 2 (zwei) ihrer schnellen Grenzboote dorthin befohlen. Sie sollten bestimmt erkunden, ob der kapitalistische Westen eine Invasion plant oder ob der D-Day und damit die Landung mit meiner 4,2 m langen Jolle bereits unmittelbar bevor stand. Während die DDR noch grübelte, wurden auch unsere Leute wach und schickten ihrerseits eins unserer Boote zwischen die Hafeneinfahrt und den beiden Booten des Arbeiter- und Bauernstaates. Dort manövrierten die drei Schiffe solange herum, bis alle interessierten Schüler ihre 'Seereise' hinter sich hatten und wieder zur Schule zurück gingen.
Mit der Jolle bin ich dann einige Jahre in der Neustädterbucht gesegelt, bis das Schiffchen sich immer mehr in seine Bestandteile auflöste und zuletzt nur noch kopfüber in meiner Garage unter der Decke hing. Die Jolle war aus wasserfestem Sperrholz und wurde mit Polyestermatten zusammengeklebt. Sie löste sich aber immer mehr in ihre Einzelteile auf. Zuletzt habe ich dann 'Kleinholz' daraus gemacht und den Mast in der Ferdinandstrasse aufgestellt. Ein zugegebenermaßen unrühmliches Ende meiner kleinen Jolle.
Während meiner Campingzeit habe ich mir von einer Nachbarangelgemeinschaft ein 'Russenboot ' gekauft. Die Nachbarn waren vom 'Kibitzberg' gekommen, weil dort das neue Krankenhaus gebaut werden sollte. Sie haben sich bei uns neu sortiert und festgestellt, dass sie ein Boot übrig hatten. Ich habe es für 1400,-- DM übernommen. Ich bin mit den neuen Nachbarn sehr oft gemeinsam zum Angeln gefahren. Von Neustadt bis zur Untiefentonne vor Pelzerhaken. Natürlich hatte ich auch, wie die Anderen, eine Wathose. Es gab keine kleinere; sie ging mir bis unter die Achseln und ich muss damit ausgesehen habe, wie eine Witzfigur. Zum Boot gehörten auch Seestiefel. Sie waren mir zu klein und ich bekam sie nicht über die Oberschenkel. Auf die Frage der anderen ob ich auch die nutze, habe ich geantwortet, das geht nicht, weil ich die dicken Oberschenkel meiner Schwiegermutter geerbt habe. Keiner hat etwas gemerkt. Da die anderen beim Angeln gerne mal ein Bier zusammen getrunken hatten, hatte einer von denen es einmal sehr dringend. Er hat es nicht mehr geschafft, aus der Hose heraus zu kommen. Bis zum Abend hat er sie zum Austrocknen in seinen Fahnenmast am hängen müssen.
Ein anderes Mal wollte sein Motor nicht zur Rückfahrt anspringen. Da wir während des Angelns so weit auseinander gedriftet waren und ich ihn nicht rufen hörte, setzte er seine Hupe ein. Ich verstand sofort, kam längsseits und sah eine Rost-Schlamm-Spur vor seiner Hupe. Es sah wirklich sehr komisch aus und ich fragte, ob ihm jemand in die Trompete geschissen hätte. Er überhörte es und gab mir seine Leine. Mit meinen 6 Ps hat es über eine Stunde gedauert. Er hätte es, wenn er alleine wäre und der Motor mitgespielt hätte, in fünf Minuten geschafft. Da wir aber immer zusammen raus- und wieder reingefahren sind, hat er auch immer auf mich Rücksicht genommen.
Ein anderes mal bin ich mit einem anderen Campingnachbarn frühmorgens zum Angeln gefahren. Mit zwei Booten haben wir uns auch ein bischen weiter hinaus gewagt. Mein Motor war nicht besonders zuverlässig. Nachdem wir nichts gefangen hatten, bemerkten wir, dass ein Angelkutter, die "Antares", aus dem Neustädter Hafen auslief. Wir wussten genau, der hat eine Fischlupe an Bord und hält dort wo die meisten Fische sind. Er muss ja seinen Gästen die ertragreichen Fischgründe servieren. Als wir mit kriegten, wo er seine Kreise zog, sind wir hin und haben uns mitten rein gelegt, Anker geworfen und den Ankerball gesetzt. Jedes Boot hatte so etwas. Nun mußte er uns nach den Seefahrtregeln ausweichen. Er hat geschimpft wie ein Rohrspatz, weil wir ihm seine Fanggründe abspenstig machten. Seine Gäste waren nicht freundlicher in ihrer Ausdrucksweise uns gegenüber. Jedenfalls hatte er mit einen mal einen dicken Fisch an der Angel. Er hat gekurbelt und gezogen bis im der Schweiß auf der Stirn stand. Wir haben alle wie gebannt zugesehen. Selbst der Angelkutter hörte auf, seine Runden um uns herum zu drehen. Kurz bevor er seinen Fang an Bord hatte brach auch noch die Spitze seiner Angel ab und bildete eine Linie mit der Schnur. Im Gegensatz zu mir hat er wirklich stabile und teure Angeln verwendet. Also mußte schon etwas besonders großes dranhängen. Und dann kam`s .... , es war sein eigener Anker. Es erfolgte ein andauerndes und an Lautstärke kaum zu überbietendes Gelächter an Bord des Angelkutters. Irgendwie muss sich die Strömung geringfügig geändert haben. Normalerweise ist erst der Anker, dann das Boot und zuletzt die Angel in Strömungsrichtung. Wie es zu dieser verkehrten Reihenfolge kam, konnte weder er sagen noch ich beobachten
Seit ich ein eigenes Boot hatte, brauchte ich auch einen eigenen Angel- und Fischereischein. Ich konnte mich nun nicht mehr hinter den anderen verstecken, indem ich hätte sagen können, das ist nicht meine Rute, das ist seine zweite, was er ja durfte. Also machte ich beide Scheine. Das Ganze war kurz nach Öffnung der Grenze. Meine Frau hatte aus Neugier, Kontakte zum wilden Osten aufgenommen und als ich mit bekam, dass er erster Vorsitzender eines dortigen Angelvereins war, konnte ich nicht mehr an mich halten. Kurze Zeit später hatte ich alles und zwar kostenlos und das sogar mit fettigen Fischbratgebrauchsspuren, damit sie nicht so neu aussehen. Ich brauchte ihm nur zwei Passfotos schicken. Mein Boot war nicht besonders gut zum Angeln geeignet. Es war aus seewasserfestem Aluminium und war damit ein sehr guter Resonanzkörper. Bei bereits geringem Wellengang schlug das Vorschiff vor Anker liegend so heftig auf das Wasser, dass die Fische vor den Schallwellen flüchteten. Es ging so weit, dass ich nichts gefangen habe, während mein Nachbar in nur 5m (!) Entfernung ein Hering nach dem anderen herausholte. Irgendwann kamen 1/2 Liter Benzin auf einen Hering bei mir dabei heraus, was meine Freude erheblich trübte und ich das Boot an einen Liebhaber für 1000,-- DM verkaufte.
Mit dem richtigen Segeln habe ich später im Vorruhestand, auf Vermittlung meiner Frau, bei Peter M. auf seiner 14 Meter Ketsch, also einem Zweimaster, bei dem der Besanmast, seitlich gesehen, noch innerhalb der Kielwasserlinie steht, angefangen. Wir haben mehrere Wochen- und Wochenendtouren gemacht, deren einzelne Stationen ich mir nicht aus dem Logbuch abgeschrieben habe. Es waren aber doch einige, eher mehrere hundert Seemeilen.
Auf einer der ersten Touren, nach Wismar, hatte ich mal zum Skipper P.M. gesagte: 'Jetzt Vollzeug und die Leereling ins Wasser'. Er hat nichts gesagt und die drei Segel entsprechend gesetzt. Dann habe ich alles getan, um die Reling unter Wasser zu bekommen. Der Skipper ließ mich damit alleine und ging mit seiner Freundin, wir waren nur zu Dritt, unter Deck und machten es sich mit ihr gemütlich, dabei konnte er sich vollkommen ungestört fühlen, da ich genug damit zu tun hatte, die Reling unter Wasser zu bekommen. Er konnte sehr gut abschätzen, wann er wieder die Nase aus der Kajüte stecken musste. Das Einlaufen in Wismar hat er dann wieder übernommen. Dabei sagte er nur ganz beiläufig: Wir hätten schon eine Stunde früher hier sein können, aber du wolltest ja unbedingt die Leereling unter Wasser haben. Als ich ihn blöd ansah, sagte er nur, dass das Schiff mit etwas weniger Zeug an den Masten und dadurch aufrechter gesegelt, viel mehr Fahrt macht!
Nachfolgende Bilder sind von meiner ersten größeren Tour mit P, die wir zwischen den kleineren Fahrten gemacht haben. Wir wollten mit der Bounty von Käpten Blay zusammen nach Anholt. Die Bounty war auch mal Peters Schiff, als seine Praxis noch gut lief. Peter muss hier gekocht haben, sonst wäre er mit auf dem Foto. Die Lady war seinen damalige feste Beziehung. Daneben der Bänker. Im Vordergrund ist Micki der Dortmunder , der hier an irgendetwas rum fummelt. Er galt als Bootsmann und war für die Reparaturen zuständig. Hinterm Steuer bin ich mit meinen Lieblingsbeschäftigungen: Essen, steuern und auch mal ein Bierchen. Wir haben aber immer darauf geachtet, dass Neptun nicht zu kurz kam. Je mehr Personen an Bord, desto kleiner wurde der Schluck für ihn, denn er sollte ja nüchtern bleiben und immer für den richtigen Wind sorgen.
Der Skipper peilt eine Fähre an, die hier auf dem Bild nicht zu sehen ist. Es war in diesem Fall eine fast "stehende" Peilung, aus der wir uns nur sehr langsam heraus bewegten. Diese, seine Lieblingsmütze, ist ihm auf dieser Fahrt noch über Bord gegangen. Eine Eigenart auf diesem Schiff war, dass derjenige der sich den Tag über am dusseligsten angestellt hatte, die bordeigene, sehr auffällige "Schlafmütze" den ganzen Abend tragen mußte. Wir haben sie alle reih um aufgehabt, auch unser Skipper!
Die Brücke, die ein Teil der Verbindung zwischen dem Festland und Kopenhagen ist, besteht hier nur aus dem kleinen Mittelteilstückchens. Wir mussten zum Passieren dicht unter Land vorbei fahren.



Abends in den Häfen haben wir gerne mal zum Schluss noch einen "Absacker" genommen. Gemeint ist ein letztes Glas. Peter nannte es aber immer Scheidebecher und benutzte dabei den `lateinischen` Begriff.
Nach einer dieser Fahrten hat dann P. zu einem Bootsführerschein geladen. Er durfte unterrichten und hatte alles geregelt, was dazu gehörte um einen staatlich anerkannten Binnenschein für Motor, Segel, Surfen und glitschen auf Eis auf allen Binnengewässer zu erlangen. Die Elbe z. B. ab einschließlich H-Hafen seewärts, gehört nicht dazu.
Geübt haben wir während einer 14-tägigen Tour auf der Ostsee. Die Prüfung fand in Sande, am Ostseeeingang des Kaiser Wilhelm Kanals, statt. Selbst auf dem Weg nach Sande hat uns unser Skipper gefordert, indem er mit einen mal ohne Vorankündigung mitten auf der Ostsee über Bord sprang. Für uns Neulinge theoretisch nichts Neues, aber nun war unser Häuptling weg. Es dauerte aber nur eine wirklich kurze Zeit und wir waren Vorschriftsgemäß bei ihm längsseits. Wir waren also gut vorbereitet und die schriftliche Prüfung machte mir auch kein Problem.
Und dann kam das Praktische. Wir haben alle Manöver eingeleitet, die von uns gefordert wurden ..... aber nichts ging! Es war schön warm und es herrschte inzwischen absolute Windstille!! Die Prüferin ließ sich aber dadurch nicht beirren. Sie tat so, als währen alle Manöver gelungen und wir bekamen unsere Scheine.
Anschließend, bei einem kleinen Umtrunk, sah ich wie ein anderes Segelschiff anlegen wollte. Ich fragte meinen Skipper, ob der sich freuen würde, wenn ich seine Leine annehmen und festmachen würde. Er antwortete, dass er sich sicherlich freuen würde.
Ich wollte dann übers Vorschiff auf den Ponton. Als Abstiegshilfe hatte P.M. eine leere Bierkiste hochkant auf die Schmalseite gestellt. Natürlich knickte sie um und ich hing mit einer Hand an unserer Spring bis zum Hals im Wasser. Der, dem ich helfen wollte, kam nun mir zur Hilfe. Er hat es nicht geschafft, mich aus dem Wasser zu ziehen obwohl es ein ziemlich flacher Betonponton war.
Ich schwamm dann an unserem Boot längs bis zum Heck. Dort wurde immer (!!!) im Hafen die Badeleiter runter geklappt. Das war also der Binnenschein, den wir auf der Ostsee gemacht haben.




Während eines Ansegelns, haben wir über Funk mitbekommen, dass J. S. aufgeben musste, weil ihm das Achterlik vom Vorsegel von oben bis unten abgerissen war. Auf die Frage von anderen Booten, wie das denn angehen konnte, sagte er, dass er das noch nicht wisse. Er müsse erst seine beiden Mitsegler fragen, was die angestellt haben. Also erstmal den anderen die Schuld geben. Wir haben es am Funk nicht weiter verfolgen können. Aber abends beim gemütlichen Zusammensein kam aus meiner Sicht noch etwas heraus, was mich schmunzeln ließ. Das Ansegeln ging nämlich einmal rund um Fehmarn. Das "Wohnmobil" vom Commodore, auf dem die Jury saß, lag zwischen der Fahrwassertonne und der Insel, also bereits außerhalb der Fahrrinne. Jonny aber, mit seinem abgerissenen Liek, hat sich zwischen dem Zielschiff und der Insel außer Konkurrenz, vorbei drängen wollen und musste feststellen dass es dort auch Steine gab. Die Berührung scheint aber nicht so gravierend gewesen zu sein. Wem er in diesem Fall die Schuld gegeben hat, kann ich nicht sagen.
Einige Tage später saßen wir in Heiligen-Hafen in einer Wirtschaft. Dort gesellte sich J.S. zu uns und erzählte, dass er noch jemand sucht, der mit ihm sein Boot nach DK überführt. P.M. sagte sofort, ich kenne da jemand, sah mich an und sagte, mit deiner Frau regel ich das schon. Und so kam es, dass ich von einem Boot zum anderen überstieg. Losgefahren sind wir aber erst am übernächsten Tag, da J. zu Hause noch ein Ersatzsegel hatte, das er mitnehmen wollte. Also ins Auto und nach Buchholz, Segel holen und zurück.
Die Tour nach DK war sehr interessant. Wir sind bei diesigem Wetter los und bekamen unterwegs richtig dicken Nebel aber keinen Wind. Wir navigierten nur nach Kompass und hörten mit einem mal laute Maschinengeräusche. Keine 30 Meter quer ab, also 3°° Uhr, tauchte plötzlich ein großer Angelkutter aus dem Nebel auf. Wir konnte ihn vorher nicht sehen aber er uns. J. hatte nämlich einen übergroßen Radarreflektor im Mast. Er, der Kutter, hat so lange ruhig gewartet und seine Maschine erst angeworfen, als er sicher hinter uns vorbei fahren konnte. Verjagt hatten wir uns trotzdem!
In Heilsminde angekommen, haben wir erstmal mit einem Ruderboot die Hafeneinfahrt „vermessen“ und J. glaubte festgestellt zu haben, dass die Priggen nicht mehr zum Fahrwasser passten. Dann haben wir seinen Behelfswohnwagen aufgebaut, wobei er mir sagte, da schläfst du drin. Es war im Grunde nichts weiter als ein abgewetztes dünnwandiges Zelt auf Räder. Außerdem hatten wir kalte sternenklare Nächte. Ich habe gefroren, wie ein Schneider, so gut wie gar nicht geschlafen und frühmorgens erst einmal ein paar Schritte gegangen, damit der Kreislauf „inne Gänge“ kommt.
Nachdem an Land alle notwendigen Handgriffe erledigt waren, sind wir auf einer großen direkt vor dem Campingplatz aber abseits vom Fahrwasser gelegenen Fläche ein wenig herum gekreuzt. Dabei hat er mir auch einen Fischzuchtkäfig gezeigt. Als wir dort etwas zu dicht heran kamen, näherte sich auch sofort ein nicht gerade langsames Motorboot und hat uns sehr direkt beobachtet. Das Boot gehörte zur Fischzucht und die haben wohl geglaubt, wir hätten Hunger. Aber bei dem hin und her kreuzen passierte wieder etwas. Ich saß an der Schot vom Vorsegel. Beim Wenden, ich war ja vorgewarnt durch das Ereignis beim Ansegeln, war ich hellwach ganz vorsichtig und habe das Vorsegel von alleine von BB an der Sahling vorbei nach StB herüber rutschen lassen wollen. Und das für Jonny undenkbare geschah. Das Achterlik verhakte sich wieder an der Sahling. Ich rief sofort: Zurück. Trotzdem riss das Achterlik nur vom Winddruck zwischen zwei Quernähten des Segels ab. Das Erste, was ich hörte war: Was hast du da gemacht? Meine Antwort in der gleichen Tonlage lautete: Was glaubst du, was passiert wäre, wenn ich jetzt noch gezogen hätte. Da war er ruhig und hat sich bestimmt an das Absegeln vor wenigen Tagen erinnert. Später, als wir wieder vor Anker lagen, habe ich mir die BB-Seite der Sahling von unten genau angesehen. An der Hinterkante war ein Stück herausgebrochen. Es war genau so groß, dass das Achterlik hineinpasste und nicht vorbei rutschen konnte. Das wäre das erste gewesen, was ich mir nach dem Ansegeln angesehen hätte, bevor ich ein neues Segel anschlage!
Für den Sportbootführerschein See habe ich dann das Angebot der SKB in Buchholz in Anspruch genommen. Bei dem Unterricht wurde auch schlechte Sicht abgehandelt. Für die Gründe wurden unter Anderem Nebel, starker Regen und dickes Wetter genannt. Spontan rief einer dazwischen: "und Alkohol". Bei der Übung an den Seekarten kam ich einmal ins Grübeln. Wir sollten zu Viert einen bestimmten Kurs auf der Karte, die einem von uns Vieren gehörte, abstecken. Es wollte nicht passen. Es fehlten zwei Millimeter. Die anderen haben darüber hinweggesehen, während ich alles nochmals kontrollierte aber zu keinem passendem Ergebnis kam. Auf meiner Karte zu Hause hatte alles funktioniert. Aber hier? Ich habe nicht locker gelassen und zuletzt behauptet, dass seine Karte nicht in Ordnung sei, mit dem Ergebnis, nur ungläubige Gesichter um mich zu haben, die auch noch anderes zum Ausdruck bringen wollten. Erst meine Aufforderung, mal auf die Missweisung unten in der Ecke zu schauen, brachte die Lösung. Sie war Abweichend von den anderen und auch von meiner Karte. Die Karte war einige Jahre älter. Ich war rehabilitiert.
Die Prüfung fand in einem kleinen Hafenbecken in Hamburg statt. Ich glaube, dass es der Holzhafen war. Dort, wo wir den Sportbootführerschein See gemacht haben, gab es mehr Schlick als Wasser und gehört trotzdem zu den Seestraßen! Für den praktischen Teil hatten wir eine kleinen Barkasse. Für mich als erster der Prüfling, lief alles Bestens, obwohl meine 'Parklücke' sehr eingeschränkt war, weil ein garnicht so kleines Fährschiff sich dort unangemeldet festgemacht hatte. Nachdem ich ohne Probleme in der Lücke am Ponton lag, ging der Skipper mit dem Einverständnis des Prüfkapitäns auf den Ponton und hat die Fähre verscheucht. Da ich das Aussteigen des Skippers nicht mitbekommen habe, habe ich das Ablegemanöver eingeleitet und bin ganz vorschriftsgemäß in die nicht vorhandene Spring gedampft. Wir hatten keine Leine festgemacht, da der Wind uns an den Ponton drückte. Noch bevor die Barkasse vom Ponton abkam, machte der Prüfer eine schnellen großen Schritt auf mich zu und hat das Manöver mit den Worten: 'Unser Skipper ist doch noch nicht wieder an Bord', unterbrochen.
Die Prüflinge nach mir hatte es wesentlich leichter, da nach meinem Ablegemanöver auch das andere Schiff verschwand. Einige, die genau wie alle anderen am Ponton anlegen sollten, hatten damit solche Schwierigkeiten damit, dass sie anstatt vor, hinter (!) dem Ponton gelandet sind. Ob die bestanden hatten, kann ich nicht sagen. Auch beim Mann über Bord Manöver gab es allerhand 'Schmunzelnswertes' zu sehen. Bei diesem Manöver muss wegen der Verletzungsgefahr sofort die Schraube ausgekuppelt werden und mit einem Wendemanöver wieder auf dem über Bord gefallenen zugefahren werden, dass man bei ihm so zum Halten kommt, dass er ohne große Probleme an Bord genommen werden kann. Dabei habe ich es mir nicht einfach gemacht. Die Barkasse hatte das Steuerrad auf der BB-Seite, den zu bergenden habe ich aber mit der StB-Seite angesteuert. Dabei konnte ich mich nur auf mein Gefühl verlassen, sehen konnte ich ihn nicht. Die Barkasse kam auch genau bei ihm zum Stehen. Das fand dann auch Beachtung beim Prüfer.
Regelrecht beneidet hatte ich aber den Besitzer der Barkasse. Seine Mutter betrieb auf dem Ponton eine Wirtschaft und er kam mit einer der schönsten und intensivsten Cola-Rum-Fahnen, die ich je gerochen habe, hinter dem Tresen hervor und legte seine Barkasse ab, mit der wir dann unsere Prüfungsfahrten machten. Donnerwetter, das war eine Mischung!! Unser Prüfer, ein gestandener Kapitän, hat auch wohlwollend aber diskreter geschnüffelt.
Bei irgendeiner Tour hatten wir in Heiligenhafen festgemacht. Meine Göttliche und ein Ehepaar aus dem Kosovo sowie Peter M seine damalige kamen auf die Idee uns dort zu besuchen. Nachdem ich die Erlaubnis von Peter hatte, sind die vier auch mehr oder wenigen, eher weniger, elegant an Bord gekommen. Ich stand noch auf dem Ponton und hörte, wie einer vom Nachbarboot im Scherz herüberrief: "Die Frauen von gestern Abend sind aber viel schneller an Bord gekommen"! Dem war nicht so, aber es war auch besser, dass es unsere Frauen nicht mitbekommen haben, was er sagte.


1998 Norwegen die Erste.

Am Samstag den 18.07. um 8²° Uhr sind wir von Oslo, von der Fähre über Lillehammer zum und über den Peer Gynt-Weg gefahren. Dort haben wir in einer Holzhaussiedlung inmitten eines großen Skigebietes übernachtet. Am Sonntag, am Peer Gynt-Weg, habe ich während einer Rast an einem einsamen Pferdehof eine Norwegische Waldkatze frei rumlaufend sehen. Sie sah aus wie unsere Anika.
Am späten Nachmittag sind wir in Geirang angekommen und haben, nachdem wir das Boot gesehen und mit der Mannschaft gesprochen hatten, in einem Holzhaus direkt am Fjord übernachtet. Das Boot lag direkt am Wasserflugzeuganleger vor Geirang. Der Anleger war frei geworden, weil am Tag zuvor das Flugzeug beim Wassern verunglückte. Dabei hat, wie ich hörte, keiner überlebt.
Im Gegenlicht habe ich das Ruder im Wasser gesehen und mich über die komische Stellung gewundert. Ich habe mir das mit der Ablenkung der Sonnenstrahlen erklärt, die man hat, wenn man schräge ins Wasser sieht. Am nächsten Tag haben wir erfahren, dass Horst M auf einen Stein gefahren war. Er hat das Boot so an Harald H übergeben. Weder er noch der Skipper, der den Schaden verursacht hatte, haben es nötig gehabt, in die Werft zu gehen und das Schiff auf eventuelle Schäden untersuchen zu lassen!
Gleich nach dem Ablegen habe ich auch bemerkt, dass das Boot sich sehr schlecht steuern ließ und dabei einen deutlichen Bogen beschrieb. Dem konnte man nur mit einem kräftigen Gegensteuern begegnen. Eine Gerade ausfahrt ohne Korrektur, war nicht möglich! Mir kann keiner weismachen, dass das von unseren Vorgängern nicht bemerkt wurde! Wenn sie, unsere beiden Vorgängercrews, das nicht bemerkt haben sollten, dann sollte man ihnen jede Qualifikation absprechen! Auch haben sie es mit der Sicherheit nicht so genau genommen. So war z.B. in meiner Schwimmweste keine Patrone, die im Ernstfall die Weste aufgeblasen hätte. Und das da oben auf dem Atlantik! Gewundert habe ich mich außerdem darüber, dass man H M später sogar noch die Betreuung der Jugendabteilung überlassen hat. Und dann war da noch etwas mit einem Rettungsring auf den Lofoten, der nun in Buchholz sein soll. Das habe ich allerdings nur über "drei Ecken" erfahren. Von Verantwortungsbewusstsein kann hier wohl kaum die Rede sein.
Wir wollten kein Risiko eingehen und haben uns vorgenommen, bei der nächsten Gelegenheit in eine Werft zu gehen. Vor der Abfahrt hat der Skipper noch die obligatorische Einweisung gemacht, dabei in meine Richtung gesehen und gesagt: Wenn ich ausfalle, dann machst du weiter. Ich habe mich umgesehen aber hinter mir stand keiner. Von dem Moment an war es mit der Spaßsegelei für mich vorbei. Trotzdem habe ich auf allen meinen Touren mindestens 90% am Ruder gestanden, weil es mir Spaß machte.
Nur mal so nebenbei und zwischendurch: Auf einer der monatlichen Vereinstreffen mußte ich einmal laut Lachen. Harald H hatte geheiratet und der zweite Vorsitzende Tim P hat dazu dann mit den Worten gratuliert: "Lieber Harald, auch zu dieser Hochzeit wünsche ich Dir alles Gute". Es war die Formulierung "auch zu dieser", die meine Heiterkeit erregte.


Abends von Kopenhagen auslaufend nach Oslo. Daneben der Peer Gynt-Weg und ein Gletscher, der in einem kleinen See kalbt. Und ganz links darunter ist eine alte Stabkirche, nur aus Holz gebaut, zu sehen. Mit Hunden hatten sie es nicht so. Aber dafür war der Weg mit Schafsköttel total übersät. Daneben ist der Bulli vor der Unterkunft in einem weitläufigem Skigebiet zu sehen. Mein Bett ist gleich nebenan hinter der Tür. Geirang der Fjord und die steile Abfahrt haben wir noch vor uns! Die H. W. ist in der Bildmitte, am Anleger des verunglückten Wasserflugzeuges.










Bilder oben.
Geirang achteraus und die sieben Schwestern, der Wasserfall, vor uns, mit dem Ziel eine Werft in Alesund zu finden. Bernd B. genießt noch den Sonnenschein, während Rudi, ganz rechts, schon die Wolken beobachtet..
Das Bild neben Bernd, der wie ich gehört habe, auch bereits das Zeitliche gesegnet hat, der Bachlauf der direkt neben unserer Unterkunft für ein beruhigendem Rauschen gesorgt hat.
Inzwischen habe ich gelesen, dass sich in unmittelbarer Nähe ein dicker Felsen auf dem Weg in Wasser macht. Noch zögert er. Wenn er aber mit etwas schnelleren Schritten ankommt, was die Experten in garnicht so ferner Zukunft vermuten, dann bekommt Geirang nicht nur nasse Füße. Das wurde auch in diesem Beitrag , von dem ich dieses Wissen habe, zum Ausdruck gebracht. Experten rechnen mit einem 60 Meter hohem Tsunami in Geirang!

Unten sind wir bereits in der Werft, die mit dem Kran. Der Werftchef im Spagat, links davon Rudi. Der Stag ist schon gelöst. Der Stag spannt den Mast nach Achtern ab. Die andere Abspannungen des Mastes heißen anders, zumindest in der Großsegelschifffahrt, nämlich Pardunen und Wanten.
Ganz rechts die fliegende Heidi, oder wie ein deutscher Segler in Kristiansand sie nannte: 'Die gelbe Beule aus der Heide'. Der rot gewandete Chef wollte erst garnicht an unsere Heidi ran. Er sagte mir, er erwartet eine Motoryacht, bei der der Motor nicht so wollte, wie erwartet. Es gelang mir jedoch, ihn zu überreden, ohne dass sein Zeitplan durcheinander geriet. Als das Motorboot dann da war, hatte er unser Ruder bereits abgebaut und dem anderen Werftboss, dem mit dem Ballaceh, übergeben. Bei einem Smaltalk mit dem Motorbootsbesitzer, sagte der mir, er sei gerade in Urlaub und der Motor bringt nicht seine erwartete Leistung. Auf meine Frage, wie stark denn sein Motor sei, antwortete er 330 PS - jeder der beiden Motoren! Dabei war die Yacht kürzer als unsere brave Heidi mit ihren 36 PS. Seine ungeteilte Aufmerksamkeit und Anerkennung dagegen fand der Tripp, mit unterschiedlicher Besatzung, mit diesem unserem Schiff zu den Lofoten.








An dem Ponton unter der Heidi haben wir gelegen, als wir auch noch bunkern wollten.

Das mehrfache aufditschen müssen auch die Seismographen in der UDSSR registriert haben. Daneben bin ich, als Wikinger verkleidet, als wir während der 3 Tage Liegezeit von der Werft in die Stadt gegangen sind.
Bernd B., der Werftboss (der mit dem Balance oder wie schreibt man das Gerät, mit dem man verbogene Teile wieder gerade biegen kann), der auf das Ruder wartet und sein Enkel.
Darunter das abgeknickte Ruderblatt. Die komische Stellung fiel mir bereits im Gegenlicht in Alesund am Ponton als einziger auf. Der Dauerermüdungsriss im Bereich des unteren Lagers hätte im Winterlager auffallen müssen, auch ohne Abknickung des Ruders.
Daneben, rechts der Boss mit dem Balance, Rudi, Ingrid und der Boss mit dem Kran beim Einbau und schwarzmachen des reparierten Ruders.
Der Werftboss, (der im roten Overall), ist in den 3 Tagen Werftliegezeit nur mit einem ernsten, aber nicht brummigen, Gesicht herumgelaufen. Er war nie unfreundlich! Herzhaft gelacht hat er nur, als wir alle auf seine Frage, ob er hier Diesel einfüllen soll, mit dem Kopf genickt hatten. Bis uns bewusst wurde, dass das unser Wassertank war, hatte er bereits ca. 20 L Diesel drin. Er ging auch noch lachend weg und hat uns alles Weitere selbst machen lassen. Wir haben die Tanks gespült und das Wasser in die Bilge laufen lassen.

Der Weinkeller versinkt gerade im Wasser-Diesel-Spüli- Gemisches. 5 Flaschen Spüli und mindestens 2 bis 3m³ Wasser haben wir benötigt. Von dort haben wir es mit der Handlenzpumpe außenbords gepumpt, bis der Pumpenbalg seinen Geist aufgab. Ich habe den Werftchef um Ersatz gefragt, aber ein Ersatzteil für ein italienisches Boot in Norwegen zu bekommen, ist praktisch unmöglich. Er war sehr kooperativ und hat alles versucht um das Gummiteil zu reparieren. Das geklebte hielt aber nicht. Daraufhin haben wir den Kühlwasseranschlussschlauch abgemacht, in die Bilge gehalten und den Motor mindestens 4 Stunden lang tuckern aßen. Zum Zeitpunkt der Aufnahme war es so gegen 23°° Uhr, als wir auch so langsam zum Ende kamen. Zu unserem Glück, hat sich kein 'Offizieller' sehen lassen.




Alesund achteraus. Das Nordmeer vor uns. Mein Wunsch, einmal so weit draußen zu sei, dass man kein Land mehr sieht, ging leider nicht in Erfüllung. Es muss wohl etwas Angst mit im Spiel gewesen sein - nicht auf meiner Seite. Auf dem Bild rechts ist die Insel, unsere erste Station nach Alesund, zu sehen Dort habe ich meinen erstes und einziges selbst bezahltes Bier in Norwegen getrunken, und wegen des Preises auch nur ein Glas. Wir sind vom Anleger, der rechts außerhalb des Bildes liegt, bei leichtem Regen zu dem Pfahlbau in der Bildmitte gegangen. Es war ein sehr interessanter Bau. Die Wirtin sprach auch gut deutsch und erklärte auf meinen fragenden Blick hin, dass das eine echte Lederschildkröte ist, die da an der Wand hängt und fast die ganze Höhe der Wand einnahm. Mein immer noch fragender Blick veranlasste sie, mich darauf hinzuweisen, dass ja immer noch der Golfstrom hier vorbeigeht und in dessen Gefolge die Schildkröte zu ihrem Nachteil, den Fischern in die Hände geriet. Es gibt Meinungen, dass der Motor, der den Golfstrom antreibt, irgendwann mal seinen Geist aufgibt. Das könnte sein, wenn immer mehr Grönland und Poleis schmilzt. Dort oben ist der Golfstrom so abgekühlt, dass er mit dem kalten Salzwasser zusammen, ich glaube so um die 4 Km nach unten gedrückt wird und auf dem Grund wieder zurück zum Ausgangspunkt fließt. Das ist da irgendwo beim Golf von Mexiko. Wenn nun zu viel leichteres Süßwasser dazu kommt, dann bleibt das leichtere Süß- Salzwassergemisch an der Oberfläche. Das könnte das Aus für den "Motor" sein. Da es aber noch viel mehr Meeresströmungen rund um den Globus gibt, die sich alle gegenseitig beeinflussen, kann es zu einer globalen Katastrophe kommen, die wir aber wohl kaum erleben werden.
Für K H B, einen leidenschaftlichen Angler, habe wir auf dem freien Wasser einen Zwischenstopp eingelegt, wir haben uns also treiben lassen.. Das Resultat kann man rechts sehen. Er hatte eine besondere Methode zu angeln. Dazu benutzte er eine Angelschnur, die mindestens 1 mm im Durchmesser hatte (eher gefühlte 3 mm), mit einem normalem 5er Fach unten dran und setzte seinen Massenmörderblick auf. Wenn etwas gebissen hatte, rief er 'zur Seite .... zur Seite', damit er Platz für seine Angelschnur hatte. Dadurch, dass sie so dick war, hat sie sich nicht verknotet aber er brauchte dafür auch das ganze Cockpit und hat uns anderen erbarmungslos verscheucht. Abends hat er aber dafür immer die Fische gebraten. Das hat er wirklich sehr gut gemacht! Trotz seines materiellen Aufwandes hatte ich einmal eine Makrele, die größer war als seine Fische. Er mußte sie einmal der Länge nach durchschneiden, weil sie sonst nicht gar werden würde. Ein Festessen. Wer der andere Nutznießer meiner anderen Makrelenhälfte war, weiß ich nicht mehr. Außerdem hat K H in jedem Hafen die Einheimischen Fischer gefragt, wo die besten Fischgründe sind. Die Antwort lautete fast immer: 'Fahrt da und da hin und wenn ihr nach fünf Minuten nichts fangt, fahrt ihr dahin'. Wir brauchten keine 5 Minuten. Unserem Skipper taten die Fische leid. Er konnte es nicht mit ansehen, wie sie so im ganzen Cockpit rum zappelten und hat sie fachmännisch erlöst. Das Cockpit sah aus, wie ein Schlachtfeld.





Die Heidi liegt ganz rechts hinter dem Steinwall.
Hier kam K H B an Bord.



Ein büschen Sommer war auch dabei.







Bei einem Spaziergang auf der Insel mit den UFO-Ringen bin ich mit K H B und unserem Skipper zusammen losgegangen, vorbei an den beiden linken Bildern und mitten durch die Schlucht des dritten Bildes. Da mir aber hier bereits meine rechte Ferse weh tat, habe ich den Rückweg alleine angetreten. Dabei wollte ich den Weg genau so zurückgehen wie wir gekommen sind und habe doch prompt die Orientierung verloren und war froh, auf der Straße wieder auf die beiden gestoßen zu sein. Ich wusste wirklich nicht, ob ich nach rechts oder nach links gehen sollte. Ich wäre ungern mit meinem Fuß einmal um die Insel gegangen. Die UFO-Ringe dagegen waren im Vergleich zu den Kornkreisen recht unspektakulär. Auf dem Bild links unten wollte ich ein Blümchen fotografieren, das sich so mühsam am Fels klammert. Es ist das runde Etwas, das wie ein Loch erscheint.

Bild in der Mitte weiter oben: Insel im Sonnenschein. Ein seltener Zustand. Warum ich diese Aufnahme gemacht habe, weiß ich nicht mehr Ich weiß aber noch, dass die Heidi an dieser Kaimauer, auf dem Bild rechts davon, ihren Ratscher bekam. Übrigens, der alte Mann mit oben ohne Haare und dafür unten das was er gerne oben hätte, bin ich. Das Haus ist ein Restaurant, in dem wir auch Kaffee getrunken hatten. Als wir wieder an Bord waren, kam die kleine Kellnerin aufgeregt zu uns und bedeutete uns mit einem fragendem Blick, ob wir mal gerade einem Motorbootsfahrer aus der Klemme helfen könnten. Ihm war der Motor verreckt. Da Rudi, obwohl es bereits dunkel war, sich gerade Landurlaub genommen hatte, habe ich ihr ganz deutlich gesagt, dass unser Kapitän nicht da wäre, und ich nicht einfach so mit unserem Boot wegfahren könne. Darauf besorgte sie ein Dingi mit Motor. K H B und ich haben uns daraufhin mit Rettungsweste seefein gemacht, als die erlösende Nachricht kam, dass ein Einheimischer mit einem geeigneterem Schiff helfen konnte.
Durch diesen Engpass drunten, mussten wir durch. Es war nicht nur eng. Auch die Höhe der 'Bru' reichte gerade eben aus. Dabei hat die Antenne, die oben auf dem Mast befestigt war, einen sehr tiefen 'Diener' gemacht. Es waren nur wenige cm (!) und der Mast hätte die Brücke begrüßt.

Ein anderes mal war das Problem nicht oben, sondern ganz unten. Wir wollten mal wieder eine Abkürzung nehmen und ich bin wirklich ganz vorsichtig auf den Engpass zugesteuert. Hinter einer Kurve hat uns ein Einheimischer, den wir mit seiner Freundin auf seiner Motoryacht aufgeschreckt haben, bedeutet, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Er war bestimmt froh, uns los zu sein. Ich habe auf jeder Seite auf dem Vorschiff einen Mann postiert, die mir den tiefsten Punkt der Fahrrinne ansagen sollten. Ich bin dann mit niedrigster Fahrt deren Anweisungen gefolgt. Mit Motor einkuppeln, drei Umdrehungen machen lassen, Motor auskuppeln und hoffen, dass in dieser engen Schlucht kein Wind aufkommt. So im Nachhinein betrachtet, war es ein ganz schön langes Ende bis wir mit unserer Schleichfahrt durch waren.
In einem dieser Zwischenhäfen war, wie so oft, wenig Platz. Als wir eine Lücke sahen, bin ich sofort hin und rein. Die Lücke war so klein, dass ich mit dem Vorschiff rein und mit dem Radeffekt das Heck ran holen wollte. Aber die Lücke war doch kleiner als gedacht. Als das Vorschiff dran war, sprang einer mit der Vorleine auf den Ponton. Als ich merkte, dass zum Manövrieren doch zu wenig Platz war, habe ich ihm zugerufen, mach fest, nimm die Achterleine und zieh uns ran. Es klappte hervorragen. In nullkommanix lagen wir am Ponton. Rudi und der Rest der Besatzung haben uns dabei zugesehen. Als alles klar war, meinte Rudi mich belehren zu müssen. Er meinte, in so eine enge Lücke müsse man immer zuerst mit dem Heck hinein!!! Auf mein zweifelndes Gesicht hin sagte mir seine Frau später:" Mach Dir nichts daraus. Er kann es ja selbst nicht besser". Sie muss es ja wissen, sie kennt ihn und seine Segelgewohnheiten ja schon ein paar Tage länger. Davon abgesehen, wie hätte es funktionieren sollen, wenn ich mit dem Heck zuerst am Ponton gekommen wäre. Damit hätte ich mir jeder Möglichkeit genommen, mit dem Radeffekt zu arbeiten, und ein Bugstrahlruder hatte die gute alte "Heidi" nicht, mit dem wir das Vorschiff an den Ponton drücken könnten.
Auch in einem anderen Hafen, bei einer anderen Gelegenheit hat Rudi seine Künste unter Beweis gestellt. Wir lagen an einer Betonpier und Rudi wollte, aus welchen Gründen auch immer, woanders hin. Noch einer und ich standen auf der Pier, machten los und weil wir auflandigen Wind hatten, haben wir auch gedrückt, bis unser Arsch fast durch die Hose platzte. Es nützte nichts, die Heidi bekam einen langen Ratscher auf ihrer BB-Seite. Als wir bei anderer Gelegenheit dann auch noch neben einem liebevoll restauriertem Freizeitkutter lagen und ablegen wollten, hat Rudi in meinen Augen wieder den gleichen Fehler gemacht, mit dem Erfolg, dass nun der schöne Holzkutter einen langen Ratscher bekam, verursacht von unserem Anker, der wohl ein bleibendes Andenken hinterlassen wollte. Der Besitzer hat geschrien, wie am Spieß und war kurz vor einem Weinkrampf. Da ich diese, seine Ablegemanöver, aus nächster Nähe mitbekommen habe und wir immer noch auflandigen Wind hatten, habe ich beim Nächsten mal ganz vorsichtig zu Rudi gesagt: "Was ist, wenn wir alles bis auf die vordere Spring, die wir auf Slip legen, losmachen und du in die Spring dampfst, bis sich das Heck deutlich löst. Dann gehst du auf rückwärts und ziehst das Boot mit dem Radeffekt hinten noch weiter ab. Vorne halte ich solange es geht, einen Pfänder dazwischen". - Es ging wunderbar!
Beim Anlegen in einem anderen Hafen, waren alle Boxen besetzt. Es gab nur noch etwas Platz außerhalb derselben aber noch am Ponton. Auf Selbigen sprang auch die gesamte Besatzung, während ich nicht wusste, wo ich das Schiff anlehnen sollte. Es gelang mir nach zwei gelungenen Pirouette, meine Bootsflüchtlinge durch Zuruf dazu zu bewegen, mich und die Heidi festzuhalten. Sie waren bereits in Gedanken bei einen Kaffee in dem Shop am Anleger. Mit einer bewunderungswürdigen Vertäuung, unter Berücksichtigung der Windrichtung und mit allen Leinen die es so gibt, gelang es uns das Schiff doch noch sicher zu vertäuen.
In einem anderen Hafen, wobei der Hafen den Namen Hafen nicht verdient hat, weil der Hafen eher nach dem Hinterhof einer Slum-Siedlung aussah, anstatt nach Hafen, haben wir Halt gemacht. Ein Segelboot lag bereits dort. Die Besatzung wartete, wie sie sagte, auf ein Ersatzteil. Ein altersschwacher Ponton war aber noch frei. Er sah wirklich nicht vertrauenswürdig aus und Rudi meinte, wir sollen die langen Leinen nehmen und unser Boot am Ponton zwar anlegen aber irgendwo an Land vertäuen. Gesagt getan. Nachdem wir an Deck "Klar Schiff" gemacht hatten, sprach uns der Nachbar freundlich an, ohne den Eindruck erwecken zu wollen, ein Besserwisser zu sein. Er meinte, wir hätten unser Toplicht noch an. Rudi bedankte sich, ging runter und hantierte an sämtlichen Schaltern. Am nächsten Morgen haben wir bemerkt, dass nun bis auf das Toplicht, die gesamten Festbeleuchtung über Nacht eingeschaltet war. Der Nachbar hat nicht mehr mit uns gesprochen. Für uns hatte es keinen großen Nachteil, da wir zwei getrennte Batterien hatten. Eine war nur zum Starten des Motors und die andere für den Rest, wobei wir beim Frühstücken merkten, dass der Kühlschrank nicht mehr ganz so kalt war, genauer gesagt, er war lauwarm.


Eine Endmuräne, deren Gletscher sich bereits vor lange Zeit zurückgezogen hat. Es war am Anfang der Muräne ein Schild aufgestellt worden, deren Bedeutung wir nicht erkannten (haha). Auch der Norwegen erfahrene K H B tat so, als wenn er nicht lesen konnte und hat einige Steine für seine Sauna mitgenommen, die er bei seiner norwegischen Freundin hatte.








Ein Jugendzentrum. Um die Ecke gab es eine Eisdiele




Hinterseiten und eine Vorderansicht der Hansehäuser.


Bergen mit der Promenade am Hafen. Rechts auf dem Bild mit Ingrid, ist die Abstützung aus gewachsenem Holz zu sehen. Um eine hohe Stabilität zu erreicht, wurden früher auf diese Art auch die Spanten für die Rümpfe der Holzschiffe gebaut. Die Bilder zeigen die Hansehäuser von Hinten. Blick auf Bergen vom Lokal aus gesehen. Man kommt nur mit der bekannten von einem Seil gezogenen Schienenbahn da hinauf. Und die Kirche haben wir uns auch angesehen.











Bergen auslaufend. Des Obergefreiten Atlantikwall bei Tanager, wo wir ein Tief abwarteten. Der Leuchtturm gleich daneben. Von hier ging es an Jerenzreef vorbei nach Egersund. Es wurde ein ziemlich feuchter Törn; von oben und von unten!
Von Tanager bis Egersund gab es keinen Hafen, dafür aber eine steil abfallende felsige Küste, wo der Atlantik gegen an brauste und einen enorm hohen weißen Gischtstreifen verursachte. Wir hatten achterlichen Wind und als ich mich am Steuer setzend einmal umblickte, habe ich erst gesehen, wie hoch die Wellen waren. Dabei waren sie sehr dicht hinter uns. Es sah manchmal so aus, als wenn sie uns besuchen wollten. Sie waren kurz vor dem Umkippen. Vorsichtshalber hat unser Skipper den Niedergang mit einem Plastikschott zu gemacht. Denn wenn eine Welle eingestiegen wäre, hätte Bernd B im Salon seinen Freischwimmer machen können. Wir, die wir draußen gesessen haben, hatten uns mit unseren Lifebelts an der Reling festgebunden. Natürlich mit Schwimmweste. Einmal konnte ich mich nicht mehr auf der spitzen Kante auf der Luvseite halten, bin abgerutscht und saß mitmeine mal den anderen zu Füßen. Die haben genau so doof geguckt wie ich und haben mich schnellstens wieder nach oben auf die Kante gesetzt. Es musste auch schnell gehen, da ich ja auch die Ruderpinne aus der Hand verloren hatte.



Eine traumhaft malerische Bucht!

Als wir vor diesem Haus anlegten, hat die alte Dame (das haben uns andere Angler so erzählt) , die wir nicht zu Gesicht bekamen, für uns das Außenlicht angemacht. Es brannte Tag und Nacht, bis wir ablegten. Der Felsen hat eindeutig eine Rundung, die den Mast der Heidi senkrecht erscheinen lässt. Ich glaube mich zu erinnern, das er aber nicht ganz lotrecht zum Rumpf stand.



Mo. 20.07.
12°° los

Geiranger
62°06'06,6''N 7°12'17,3''E

Alesund 22°° an

56,5 Sm

Um diese Uhrzeit habe ich bei strahlendem Sonnenschein mit dem Werftboss verhandelt. Er will das Ruder reparieren, kann aber das Boot nicht aus dem Wasser heben. Er hat uns bei der Werft gegenüber angemeldet.

21.07.21

Alesund
62°27'45,3''N 6°08'08,6''E

Alesund
62°28'15,1N 06°09'17,6''E

verholt

9°° Boot aus dem Wasser, 12°° Ruder abgebaut und Boot wieder zu Wasser. Erster Werftchef holt das Ruder zur Reparatur mit seinem Wagen ab.

Mi. 22.07.

Alesund



15°° Boot aus dem Wasser und repariertes Ruder angebaut. Werftchef fragt, ob wir an seiner Tankstelle noch Diesel tankten wollen. Wir haben blind ja gesagt und hatten prompt ca. 20 l Diesel in unseren Wassertanks. Es war das einzige mal, dass der Boss, ein junger Mann gelacht hat. Anschließend haben wir alle über 5 Std. die Wassertanks durchgespült. Dazu haben wir die Verbindungsschläuche der Wassertanks unterbrochen und das Spülwasser im Salon in die Bilge laufen lassen. Von dort haben wir es mit der Handlenzpumpe Außenbords gepumpt. Dabei ging die Pumpe kaputt. Italienische Ersatzteil gib es nicht in Norwegen. Skipper hat den Ansaugschlauch von der Motorkühlung in die Bilge gehalten. Wir haben über 5 l Spüli verbraucht, unseren ganzen Vorrat. Der Hafen war ein einziger Schaumteppich. Das Wasser und unsere Vorräte, der Weinkeller in der Bilge, hatten aber immer noch Dieselgeruch.

23.07.21

Alesund

Silda

51,8 Sm


24.07.21

Silda
62°00'50,9'' N 5°12'00,8''E

Florö

33,6 Sm


25.07.21

Florö
61°35'04,2'' N 5°00'53,5''E

Dinja

41,6 Sm


26.07.21

Dinja

Bergen

47,9 Sm

Konnte kaum laufen (rechte Ferse). Stadt, Kirche und Hansehäuser besichtigt und mit der Bergseilbahn zum Lokal auf einen Berg gefahren. Tolle Aussicht!

27.07.21

Bergen
60°23'47,1'' N 5°19'25,5''E

Bergen

10 Sm

Bergen (Flesland) Flughafen. Skipper seine Frau ist abgeflogen.

28.07.21

Bergen
60°17'30,9'' N 5°12'25,2''E



Hafentag. Neuer Fahrgast angekommen. K.H.B.

29.07.21

Bergen

Klokkarvik

24 Sm

Wasser genommen


Klokkarvik

Brandasund

6 Sm

Insel nördlich von Goddo oder Gadda ?

30.07.21

Brandasund

Espevär

30,5 Sm



Espevär

Rovär

10,1 Sm

Fest und los

31.07.21

Rovär

Skudeneshaven

27,8 Sm

Urspr. Kurs: Insel Utsira. Mit Angelstopp unterwegs.

01.08.21

Skudeneshaven

Finnasandbukta

13 Sm

Utstein Kloster auf Klosteröya

02.08.21

Finnasandbukta

Tanager

13,9 Sm

Skipper telefonierte übers Handy mit dem Wetterdienst in Hamburg, legt das Handy auf dem Kartentisch ab und fährt mit einem Teil der Crew nach Stavanger. Erst nach über einer Stunde habe ich bemerkt, dass er das Handy nicht ausgeschaltet hatte.

Mo. 03.08.

Tanager



Hafentag. Sturmtief abgewartet.

04.08.21

Tanager

Egersund

46,2 Sm

Di. auf der Rückseite des Tiefs bei hohen Wellen in Richtung Egersund ausgelaufen. Mit guten 6 Windstärken und entsprechendem Wellengang an Järensreef vorbei.

05.08.21

Egersund



Hafentag. K.H.B. hat einen Angelhaken im Finger. Mußte ins Krankenhaus.

Do. 06.08.

Egersund

Andabeloy ?

31,2 Sm


Fr. 07.08.

Andabeloy ?

Svinör

35,5 Sm

Bei Lindeness (Südspitze Norwegens) achterliche 6 mit entspr. Wellengang.

Sa. 08.08.

Svinör

Ng Hellesund

25,7 Sm

Bei der alten Frau mit der Außenbeleuchtung in.........(kann ich nicht mehr entziffern) angelegt.

So. 09.08.

Ng Hellesund

Brekkeströ

22,6 Sm

Insel (?) gewandert. Ufolandeplatz gesehen

Mo. 10.08.

Brekkeströ

Arendal

24,2 Sm



Arendal



Bootsübergabe. Mit dem Auto des Ablösers zur Bekannten von K.H.B. gefahren, gründlich geduscht mit einer Übernachtung. Am nächsten Tag mit dem Auto in Oslo Halt gemacht und über Schweden weiter auf der Vogelfluglinie nach Hause. Ich bin in Neustadt bei unserem Wohnwagen ausgestiegen, wo auch meine Frau war. Zur gleichen Zeit will mich. RA. Grosse-Brömmer auf dem Balkon meines Nachbarn in Buchholz total besoffen gesehen haben! Habe später eine Kopie darüber von einem Nachbarn bekommen.


Abgelöst wurden wir von P O. Er hat die Heidi so gründlich untersucht, als wenn er eher ein Spürhund als ein Pädagogen war. Dabei fand er in den hinteren Stauräumen in der äußersten Ecke einen Jutesack, dessen Existenz wir ignoriert hatten und glaubten, er gehört zur Ausrüstung. Er wollte und hat ihn mir auch zugeworfen, nachdem er mir das angedeutet hatte. Das Teil war so staubig, dass ich dachte, ich bin in einen Sandsturm geraten. Ich habe ihn dann vorschriftsgemäß entsorgt. Auf dem Rückweg von der Abfalltonne bin ich an einer Eisdiele vorbei gegangen und konnte nicht widerstehen. Das Eis war eine Sünde wert. Das erzählte ich auch den beiden Jungs von P O. und erklärte ihnen ganz genau den Weg. Das bekam die Mama mit, die sofort rigoros ihr Veto einlegte. Ihr knapper Kommentar mir gegenüber im Beisein der Kinder war, dass das nicht im Sinne ihrer Erziehung ist und sie und ihr Ehemann andere Wege für so einen Fall gefunden haben. Welche Wege das waren, hat sie verschwiegen. Die traurigen Augen der Kinder waren nicht zu übersehen und sprachen Bände. Die Eltern sind auf meiner Beliebtheitscala stark nach unten gerutscht. Dafür habe ich noch die großen Augen der Mutter in Erinnerung, als sie sah, wie viele Personen mit noch mehr Gepäck sich in ihren dafür viel zu kleinen PKW gequetscht haben - haben müssen. Zum Glück ist K H B bei seiner Freundin ausgestiegen und in Norwegen geblieben. Für uns hatte das den Vorteil, dass wir nun nicht mehr nacheinander Einatmen mussten.
Auf der Fahrt mit dem Auto zu K.H.B's Bekannten haben wir in einem kleinen Fischerhafen angehalten. Während K.H. Fische kaufte, habe ich mir die Kutter vom Kai aus angesehen. Sie hatten deutliche Gebrauchsspuren. Es sind eben Arbeitsschiffe, die einiges aushalten müssen. Aber eine Gebrauchsspur ließ mich nicht los, bis mir einige Schuppen von den Augen vielen. Was ich sah, war keine Beule im Deck. Es war eine Abplatzung und das kann eigentlich nicht bei einem Stahl- oder Holzbau vorkommen. Der Kutter sah sonst aus wie alle anderen - kein Unterschied zu sehen. Und mit einem mal fielen mir die Worte meines Vaters ein, der, als ich noch ein kleiner Junge war, mir von einem Schiff erzählte, dessen Wrack in der Aue in Finkenwerder lag, Betonia hieß und aus Spezialbeton auf Drahtgeflecht bestand. Das Schiff hatte sich bei der Erprobung nicht bewährt. Es fing bei jeder sich bietenden Gelegenheit an zu rollen und hat vielleicht auch sogar damit gedroht, mal probeweise zu kentern. Der Zufall spielte mir ein Bild des Schiffes in die Hand. Der Form nach sollte es bestimmt der Prototyp einer Serie von neuen Fischkuttern sein.



Rechts im Hintergrund ist noch die Harms-Mühle zu sehen, die auf dem Bild gleich links neben dem Finkenwerder-Hof von den Rahmstorf`s stand, der aber nicht auf dem Bild zu sehen ist. Noch ein paar schritte weiter links, über dem Steven der Betonia, wohnte die beste Freundin meiner Mutter, Emma Linde, die mit August Mewes verheiratet war. Der Neffe von Emma Linde hat bei seinem Onkel August auf dem Kutter "Emma" angefangen zu fahren. Er hat auch ein Buch darüber geschrieben, aber nur mit Bildern von Hein Fock und seiner "Niederelbe" versehen. Ich habe beide persönlich gekannt. Dem Sohn von Hein Fock habe ich 7 Jahre lang meine Garage am Köterdamm vermietet, natürlich ohne Mietvertrag. Die Mühle ist abgebrannt, als meine Mutter noch jung war. Sie sagte, als der Kopf weggebrannt war, sprühte oben ein gewaltiger Funkenregen hoch heraus in den Himmel. Das war das Getreide.
Was aus der Betonia wurde, kann ich nicht sagen. Ich habe weder sie noch die Mühle gesehen




1999 Norwegen die Zweite.
Mit dem Firmenbulli vom Skipper, der gleiche wie im Vorjahr, von Hirtshals (DK) nach Kristiansand übergesetzt. Die Heidi fliegt schon wieder. Links sitzt Rudi und im Boot war er auch. Ich bin im roten Anzug auf der Heidi. Der Werftboss mit Helfer im Boot.








Bei Flersund (Insel Eggels), auf einen Stein gelaufen. Und das kam so:
Als wir aus dem Fjord kamen, haben wir zufällig im Vorbeifahren einen kleinen Hafen mit Werftkran gesehen. Kurze Zeit später sagte mein Skipper, nach der nächsten Insel nimmst du Kurs XYZ. Gesagt getan. Wir hatten uns immer blind verstanden, bis auf dieses eine mal. Er muss wohl eine andere Insel als ich gemeint haben oder der Stein war nicht in der Karte eingetragen oder der Eintrag übersehen worden. Plötzlich liefen wir auf! Von 5 Knoten auf absolut 0, ohne Verzögerung. Das Boot machte eine Nickbewegung, rutschte mit dem Kiel über den Felsen und kam mit dem Ruder auf den Stein auf. Dabei hakte das Ruder aus. Einer der norwegischen Angler kam sofort mit seinem Boot an und zog uns vom Stein. Im Boot sah es fürchterlich aus. Nichts lag oder saß mehr an seinem Platz. Auch der Kühlschrank war leer. Wir sind, nachdem alles wieder sortiert war, zurück zu dem Hafen mit dem Kran. Zufällig war der Werftchef da. Er hatte eigentlich Urlaub und war nur da, weil er an seinem Motorboot einen kleinen Schaden beheben wollte. Er hat die Aufhängung abgeflext, das Ruder positioniert und wieder angeschweißt. Allein an Hand der Schweißgeräusche war ich mir sicher, das hält. Wenn man das mal gelernt hat, kann man eine Hühnerhofschweißnaht von einer fachmännisch ausgeführten unterscheiden. Wir sind über Nacht dort geblieben, auch weil es dort gute Sanitäranlagen gab. In einigen Häfen hatten wir Schwierigkeiten einen Platz in den Sanitäranlagen im Männerbereich zu bekommen. Es herrschte zeitweise ein fürchterlicher Andrang. Rudi hatte die Lösung. Er beobachtete, ob in dem Damenseparee Bewegung war und ging nach einer Gedenkminute mutig hinein. Ich zögernd, von den misstrauischen Blicken anderer Männer verfolgt, hinterher. Auch hier, wie in Alesund, habe ich die Verhandlungen mit dem Boss geführt, während der Skipper mit dem Rest der Crew Kaffee getrunken hat. Von der Werft sind wir über Tönsberg, der ältesten Stadt Norwegens, nach Oslo, siehe unten.

Auf dem Bild unten links sich sonnende Norweger, "weich gebettet" auf den Felsen.



Oslo auf der Promenade direkt am Wasser.

Vor der Festung im Oslofjord, habe ich unseren
Tiefenmesser genau beobachtet und die 'Untiefe' bemerkt.


Kiosk bei der Sprungschanze am Holmenkollen. An der Sprungschanze sind wir nur bis zur Plattform für Besucher auf halber Höhe gekommen und das war mir bereits viel zu hoch. Wir genieße die Sonne vor unserem letzten Mittagessen aus der Vereinskasse in Schweden. Danach ging es kurz vor Göteborg 'immer gegen an' übers Kattegat nach DK.



3.07. in


Kristiansand




Boot übernommen von „Dr.“ Rudi, Hartmut Weber ...

04.07.


"




Hafentag

05.07.

11°°

Kristiansand

16°°

Lillesand

19,2 Sm


06.07.

11°°

Lillesand

17³°

Arendal

20,3 Sm


07.07.

12°°

Arendal

21°°

Portör

33,5 Sm


08.07.

11°°

Portör

16³°

Langesund

30,2 Sm

Um 15³° bei Flersund auf einen Stein gelaufen. Eggels (Insel). Von 5 Kn. auf 0. Dabei hat das Boot eine Nickbewegung gemacht. Wir sind alle heftig nach vorne geflogen. Der Kühlschrank war leer und die Dosenmilch in die Bilge gelaufen. Zurück nach Langesund, wo wir im Vorbeifahren eine Werft gesehen haben. Zufällig war der Werftchef da. Er hatte Ärger mit seinem Motorboot und deshalb seinen Urlaub unterbrochen.
Unser Ruder war aus gehakt und wurde sofort von ihm und einen Kollegen repariert.

09.07.

12°°

Langesund

19²°

Tönsberg

36,5 Sm

Tönsberg lt. Skipper die älteste Stadt Norwegens. Dort tobt das Leben!

10.07.

11°°

Tönsberg

19³°

Oslo

40,2 Sm


11.08.


Oslo




Hafentag. Sprungschanze in Holmenkollen besucht. Rudi zur Blutprobe.

12.07.

11°°

Oslo


Utgärdskilen

57,5 Sm


13.07.

11°°

Utgärdskilen

22³°

Smögen

49,2 Sm


14.07.

11³°

Smögen

14°°

Lysekil

10,5 Sm


15.07.

11³°

Lysekil

16³°

Skaerhamn

20,8 Sm


16.07.

08³°

Skaerhamn

20°°

Saeby DK

59,5 Sm

Bootsübergabe.


Das Boot haben wir in Kristiansand von 'Dr.'Rudi und seiner Crew übernommen. Zu gehörte auch Hartmut Weber von der Löns-Apotheke. Da er wusste, dass wir auch einen Apotheker mit an Bord bringen würden, den von der Stadt-Apotheke, hatte Hartmut den gesamten Salon mit Löns-Taschentücherpakete geschmückt. Es war aber auch keine Lücke frei geblieben Für Hartmut Weber war es anscheinend eine gute Investition. Die Beiden saßen auffällig lange zusammen und kurz nachdem wir wieder zu Hause waren, hat dann auch die Stadt-Apotheke den Besitzer gewechselt. Die näheren Bedingungen habe ich natürlich nicht erfahren aber während unserer Fahrt habe ich anhand seiner Äußerungen gemerkt, dass er lieber auf Elch jagt gehen würde, als hinter dem Tresen seiner Apotheke zu stehen.
Rudi hatte irgendwelche Herzrhythmusstörungen, war damit in Behandlung und hat einen Zettel mitbekommen, den er in Oslo im Krankenhaus vorzeigte, damit die Ärzte wissen, worauf sein Blut untersucht werden mußte und er, welche Dosis er weiterhin einnehmen sollte. Natürlich hat er auch den Befund für seine behandelnden Ärzte mitbekommen. Da wir auch einen Apotheker dabei hatten, der sich damit ja gut auskannte, hat selbiger mit sehr drastischen Worten abends beim gemütlichen Zusammensitzen, Rudis weiteren Behandlungsverlauf in der Heimat bis ins Detail geschildert. Wir waren betroffen und Rudi wurde immer einsilbiger und recht blass. Die Vorhersage lautete fast wörtlich wie folgt: Du kommst in Narkose. Dann wirst Du totgemacht und die Ärzte versuchen dann, wenn Du Glück hast, dein Herz im richtigen Rhythmus wieder zu starten, wobei es aber Komplikationen geben kann.......
In einem Hafen hatte dieser Apotheker einen Pfänder nicht richtig an der Reling festgemacht. Wieso er den Knoten nicht hin bekam und Rudi, der neben ihm auf dem Ponton stand, das nicht bemerkte, habe ich auch nicht verstanden. Aus irgendeinem Grund habe ich noch mit Karin Frey an Bord eine Ehrenrunde gedreht. Bei Annäherung an den Ponton, winkte Rudi ab und bedeutete uns, dass der Pfänder weg war und wir einen anderen anbringen sollten. Ich fragte, wo der andere geblieben war. Rudi sagte, der schwimmt dahinten und wir sollten ihn schwimmen lassen. Der Wind trieb in immer weiter ab. Das forderte mich aber erst recht hinaus und es gab nichts, was mich zurückhalten konnte. Karin nahm den Enterhaken und brachte sich auf dem Vorschiff in Position. Wir erreichten den Flüchtling auf der anderen Hafenseite kurz vor einer größeren hölzernen Zweimastyacht. Karin hatte ihn auch sofort am Haken und der Motor hat selten so viele schnelle Umdrehungen im Rückwärtsgang machen müssen. Es war knapp.
Auf der gleichen Fahrt, ich saß wie immer am Ruder, mit kurzer Hose bei strahlendem Sonnenschein. Keiner der anderen hat darauf geachtet, ich auch nicht, außer Karin. Sie ging kurz nach unten, besorgte etwas aus ihrem Utensilienkoffer und sagte zu mir wörtlich: So, nun denk mal an was anderes. Sie krempelte mir die bereits ziemlich kurzen Hosenbeine noch weiter hoch und begann, mir meine Beine mit ihrer Sonnenschutzcreme zu bearbeiten. Ich war ihr darüber sehr dankbar und habe wirklich nur an den verhinderten Sonnenbrand gedacht, jedenfalls zumindest mit der einen Hirnhälfte.
In Tönsberg ergab es sich, dass wir beide uns die Beine vertreten hatten. Dabei kam sie richtig aus sich heraus und erzählte mir sehr private Dinge, die sie sonst zu keinem (!) sagen würde und auch noch nicht gesagt hatte. Sie mußte es wahrscheinlich einmal loswerden. Im Verein wurde sie oftmals nicht ernst genommen und wie ich einmal mit bekam, auch verspottet. Ich war bereits kurz davor, auch auf dieser Schiene mit zu fahren und war auch bereits ihr gegenüber ein bisschen kritisch eingestellt, ohne es ihr aber zu zeigen und schon garnicht anmerken zu lassen.
An anderer Stelle hatten wir auch Nebel. Er war ganz schön dick. Als aber die Motorboote immer noch mit unverminderter Fahrt an uns "vorbei bretterten", wurde mir mulmig. Die hatten bestimmt alle Radar aber wenn .... Ich habe vorsichtshalber meine Schwimmweste angelegt zu dem Zeitpunkt noch ohne Patrone, was ich bisher noch nicht kontrolliert hatte. Die anderen haben es mir dann nachgemacht.
Ein andermal trödelten wir unter Segel so dahin, bis Rudi, der auf Lee saß, zu mir fast beiläufig aber mit Bestimmtheit sagte: Wollen wir mal den Motor zur Hilfe nehmen?" Ich: "Wieso"? Dann erst sah ich den Stein auf Legerwall, auf dem wir immer weiter zu drifteten. Das ging aufgrund unserer langsamen Geschwindigkeit und die damit einhergehende mangelnde Richtungsstabilität, sehr schnell - viel zu schnell. Den Motorstarter, der auf meiner Seite war, betätigen und gleichzeitig Karin, die gegenüber über dem Gashebel saß, "Vollgas" zurufen, war eins. Bis der Motor unser Boot in Schwung gebracht hatte und wir eine bessere Richtungsstabilität hatten, vergingen bange Momente für mich, in denen der Stein sich uns in unverschämter und beinahe unsittlicher Weise näherte. Ich behaupte, das war knapp.



Nach diesen Reisen haben wir auch eine Überführung von Rudis "Uusi Kaupuki" oder so ähnlich, gemacht. Es ist ein aus dem Finnischen entlehnter Name, deren Bedeutung ich schon wieder vergessen habe. Auch stand der Name nur auf einer Seite am Bug. Es muss wohl mal ein Ereignis stattgefunden haben und keiner hat sich bereit erklärt, den nicht vorhandenen Namen wieder aufzupinseln. Die Überführung war an sich nicht besonderes, ich kannte das Schiff bereits von anderen Gelegenheiten her. Ungewöhnlich war nur, dass es bereits Mitte November war und das Boot schon längst im Winterlager, ich glaube in Harburg, sein sollte. Rudi sein Schwiegersohn war auch dabei. Nach Ankunft haben wir alles vorbereitet und die erste Nacht noch in Wackerballig, an der Flensburger Förde, verbracht und der Kälte tapfer getrotzt. Am nächsten Tag ging es nach Heiligenhafen. Dort wollte Rudi uns seine Heizung vorführen. Es war etwas komplizierter als ich dachte. Es war eine Petroleumheizung. Der Tank befand sich in der Toilette und hatte einen eigenen Absperrhahn mit einer Leitung durch das Schott bis zu einem Vergaser unter dem Heizkörper. Dann kam wieder ein Absperrhahn, der den Vergaser vom Brennraum absperrte. Nun mußte der Vergaser geflutet werden, bis unter dem Vergaser in einem Ring, Petroleum stand. Das wurde dann angesteckt, um den Vergaser anzuwärmen, damit das Petroleum darin zu einem brennbarem Gas wurde. Erst dann wurde das Ventil zum Brenner geöffnet und der Brenner angesteckt. Unsere fröhliche Erwartung auf die kommende Wärme wurde durch einen sehr lauten Knall gedämpft. Der ganze Salon war in einem weißen Nebel gehüllt! Durch die Explosion wurde zum Glück die Flamme unter dem Vergaser ausgeblasen und Raucher waren wir auch nicht, sonst hätten wir die Reise unter Umständen mit einem Kabrio fortsetzen müssen. Unser Rudi hatte einen Fehler gemacht. Er hatte das Ventil im Badezimmer nicht wieder aufgedreht. Dadurch konnte das sich nun durch die Erwärmung ausdehnende Petroleum nicht in den Tank zurück ausweichen. Der Vorwärmer als schwächstes Bauteil gab nach und das sehr plötzlich und für uns sehr überraschend. Nach einem gründlichem Durchlüften rochen wir am nächsten Morgen immer noch nach Petroleum, während sich die Decke unter einer Eisschicht mit Eiszapfen versteckte.
Von dort ging es dann nach nach Grömits. Als wir am frühen Nachmittag ankamen, sagte uns der Hafenmeister, dass er den Kran morgen Ausserbetrieb nehmen will und wir heute die letzte Möglichkeit hätten, unseren Mast umzulegen. Wir haben es geradeso geschafft. Auch die Sanitäranlagen hat er für uns noch aufgelassen - aber nur den Toilettenteil. Naja, es gab auch dort ein Waschbecken und warm war das Wasser auch.
Am nächsten Morgen haben wir uns rechtzeitig auf den Weg nach Lübeck gemacht, um dort einen Bootsteileladen zu suchen. Wir haben auch einen gefunden und erstürmt. Als Rudi ansatzweise sagte, was wir benötigten, unterbrach der Verkäufer Rudis Redefluss mit den Worten, dass das Teil der schwächste Punkt der Anlage sei und es immer wieder vorkommt, dass das Teil platzt. Für ihn also anscheinend nichts neues aber uns steckte der Schreck noch in den Gliedern. Das Teil wurde feierlich unter unserer genauen Beobachtung eingebaut. Anschließend sind wir noch durch die weihnachtlich geschmückte Innenstadt bis in die Feinkostabteilung von Karstadt gegangen. Dort hoben wir uns sehr deutlich von den anderen ab. Nicht nur wegen unserer Seglerkleidung zu dieser Jahreszeit, sonder vielmehr wegen unseres Geruches. Nachdem der Vorwärmer geplatzt war, tropfte noch einiges unbemerkt auf mein darunter liegendes Kopfkissen, was sich dann doch als sehr Nachhaltig und ungünstig erwies.
Von dort ging es durch den Kanal nach Lauenburg. Der Kanal kann sehr lang sein und ist im Herbst recht öde anzusehen. In Lauenburg haben wir uns in einem Gasthaus erstmal etwas zu essen geben lassen. Dort hatte sich auch der Schwiegersohn mit seiner Frau verabredet. Er wollte von dort mit ihr nach Hause, weil er am nächsten Tag zur Arbeit mußte. Kurz entschlossen sind wir mitgefahren und haben das Boot dort überwintern lassen. Auch im nächsten Jahr lag es dort. Ich bin auch noch einige mal mit dort gewesen, um mitzuhelfen einige Wartungsaufgaben zu erledigen.
Einmal stand Rudi wieder bei uns vor der Tür und fragte ob ich mitwolle. Ich mußte verneinen, da ich auf einen Anruf von meiner Frau wartete, die ich aus Asendorf abholen sollte. Ich hatte ihr dort in einem Hotel ein Wellnesswochenende geschenkt. Das konnte Rudi nicht verstehen, dass es in anderen Familien anders zuging. Er machte ein ungläubiges verständnisloses Gesicht und hat sich danach nicht wieder sehen lassen.



Absegeln


Am Ende des Zeitungsausschnittes steht, wie viel Schwierigkeiten einige Boote bei diesem Absegeln hatten. Zu dieser Zeit waren der Skipper J.S., auch Katastrophen-Jonni genannt, Micki der Dortmunder und ich auf dem Weg von Heilsminde/DK zum Heimathafen. Unser Zeitplan sah vor, dass wir auch zum Absegeln und was für unseren Skipper noch wichtiger war, zum Essen in Ort auf Fehmarn dabei sein konnten.
Wir haben es geschafft, aber wie! Wir haben u. A. in Marstal Station gemacht. Von dort wollten wir rüber nach Fehmarn. Weit gekommen sind wir aber nicht. Als wir aus dem Windschatten von Langeland waren, bekamen wir die volle Windstärke und die Wellen aus `10°° Uhr`. (Die Wellen in Norwegen waren zwar wesentlich höher, kamen aber genau von hinten und liefen dann unter unserem Boot hindurch.) Wir sind dann nach Bagenkop zurück und wollten dort den Wind abwarten. Das haben wir auch am nächsten Tag noch getan. Doch am darauf folgenden Tag, dem Tag der Regatta und vor allem dem Tag des gemeinsamen Essens (Das Wort Regatta durften wir nicht benutzen. Das hätte von den Deutschen Behörden genehmigt werden müssen!!! Wir haben zu viele Beamte und die haben Zuviel lange Weile), war unser Skipper nicht mehr zu halten. Über Handy hat man uns mehrfach geraten, nach Kiel zu gehen, wenn wir schon nicht zu halten sind. Die habe sich wirklich ernsthafte Sorgen um uns gemacht! Wir hätten damit einen schonenderen Winkel zu Wind und Wellen gehabt, aber in Kiel gab es ja nicht das gemeinsame Vereinsessen zum Abschluss der Segelsaison. Später haben wir gehört, das ein anderes Boot auf der Ostsee verunglückt war und einer von der Crew das nicht überlebt hatte.
Während der Fahrt, saß ich vom Skipper aus gesehen, mit meinem Rücken genau in Windrichtung und diente ihm somit als Spritzschutz, während ich bis auf die Haut durchnässt wurde. Er hätte auch keine Hand frei gehabt, um sich die Augen trocken zu wischen. Micki hatte die ehrenvolle Aufgabe, das Boot mit der Handpumpe zu lenzen. Immer, ungefähr jede Stunde, wenn ich meine Hausschuhe im Salon schwimmen sah, gab ich ihm ein Zeichen. Wo das Boot überall leckte, haben wir nicht ermitteln können. Abdichten hätten wir es sowieso nicht gekonnt. So ging es, bis wir nach Stunden in Lee von Fehmarn kamen. Erst da wurde es etwas ruhiger. Im Hafen haben wir erstmal alles was nass war, zum Trocknen aufgehängt, was nicht wenig war, und die Tochter vom Skipper, die uns in Ort erwartet hatte, hat dabei vor Erleichterung Rotz und Wasser geheult. Unser Schiff sah aus, wie eine Waschmaschine von innen. Trockenes Zeug hatten wir nicht mehr. Aber nach einigen Gammel Dansk, merkte ich kaum noch etwas davon. Und zu später Stunde habe ich dem zweiten Vorsitzenden, RA Tim Peters, seine Brille abgenommen und mit dessen Hilfe einen Scheck über 300 DM ausgestellt. Damit bin ich in die SKB eingetreten. Das mußte ich dann auch gleich meiner Frau telefonisch mitteilen. Dabei hatte ich übersehen, dass es bereits deutlich nach 2°° Uhr war, eher nach 3°° Uhr. Da sie nicht wusste wo wir wann waren, wusste sie auch nicht so genau von unserer Fahrt. Aber eine Ahnung hatte sie doch, wie sie später sagte!

Das war das letzte Mal, dass ich mit DM bezahlt habe.



Ich trage die DM immer noch als einzigen Schmuck um den Hals.

Es gab auch ein 5DM-Stück, das allgemein Haiamann genannt wurde. Der Begriff stammte aus der Frühzeit der DM, also nach 1948. Dieser Wert reichte damals aus um mit den Bordsteinschwalben auf der Reeperbahn ins Geschäft zu kommen. Der Begriff hat etwas mit Schlafen zu tun und wurde ursprünglich gebraucht, wenn kleine Kinder zum Schlafen mit den Worten "nun mach Heia" ins Bett geschickt wurden.



Bei einer anderen
Überführung, mit gleicher Besatzung und Boot, sind wir von Heilsminde über Bagenkop zu dem kleinen Naturhafen Korshaven gesegelt. Dort kam auch wieder Wind auf. Aber das störte bei der Ankunft noch nicht. Am nächsten Morgen sahen wir, dass die gesamte Keramikabteilung für die Segelgäste über Nacht von Vandalen zertrümmert worden war. Aber auch alles. Obwohl wir mit dem Boot direkt daneben gelegen haben, haben wir nichts bemerkt. Das mag am Wind gelegen haben. Wir durften die Sanitäreinrichtung des Jachtvereins gleich nebenan benutzen. Noch während wir unsere Abreise vorbereiteten, kamen, obwohl Sonntag, jede Menge Handwerker und begannen mit der Erneuerung. Wir sind dann an der Insel Romsö vorbei in Richtung Langeland gesegelt. Dabei hatten wir auflandigen Wind (Legerwall), der immer stärker wurde und mit ihm auch die Wellen immer höher. Obwohl wir noch weitersegeln wollten, haben wir in Nyborg gleich bei der großen Brücke, Schutz gesucht. Nach Angaben des Skipper, hatten wir in Böen bis zu 9 Windstärken. Am nächsten Tag sind wir in Lee von Langeland bis nach Bagenkop gekommen. Dann flaute der Wind ab und am nächsten Tag haben wir Heiligenhafen erreicht, wo das Boot für den Winter vorbereitet wurde.
Bei dieser Fahrt sollte ich den Kurs auf der Karte im Salon abstecken. J S hatte mir ausdrücklich gesagt, dass ich mich wegen der Schaukelei und wegen der Schräglage, auf die tiefer liegende Bank an den Tisch setzen sollte. Das war in diesem Fall die Steuerbordseite. Das Besteck befand sich aber in einem Schapp auf BB. Ich hatte gerade das Besteck ausgenommen und dabei den Stechzirkel noch so ungünstig in der rechten Hand, als das Schiff über holte und ich mit meiner rechten Seite quer durch den Salon gegen die Schränke auf Stb prallte. Dabei schob ich mir den Zirkel genau auf Ellbogenhöhe zwischen meinem linken Arm und Körper durch und zwar so genau, dass ich nicht mal mein Zeug getroffen habe. Das war doch Können, oder?



Rumregatta
vom 28.05.2003 bis 01.06.2003 mit dem "Beinahenachbau" des Finkenwerder Kiewers `Maria` HF31. Kappeln/Schlei - Sonderburg/DK - Flensburg – Kappeln.




Der Mann mit der roten Latzhose war bereits 1998 bei der Rumregatta dabei, als diese Postkarte entstand. Er heißt Rolf, ist Lehrer und wohnt in Flensburg direkt über dem Hafen auf der Südseite. Von ihm weiß ich, dass die ''Maria af von Hoff '' einmal einen Mastbruch hatte, der noch an den Wanten im Wasser hing. Er war abgerottet. In ihrem Notruf baten sie um eine Kettensäge. Es dauerte eine ganze Weile, bis die auf der anderen Seite begriffen hatten, warum auf dem Wasser ausgerechnet eine Kettensäge gewünscht wurde.

Und rechts das Original, das Arbeitstier, HF31 'Maria' am Stack in Finkenwärder.

Den Ewer ''Maria'', habe ich als Junge gesehen, wie er der Länge nach aufgeschnitten auf einem Eisenbahnwagon lag, um nach München ins Museum gebracht zu werden. Aufgeschnitten und verladen wurde er von der DW in HH-Finkenwerder.
Der Nachteil der Ewer ist ihr flach gehender Boden. Dadurch driften sie leichter seitwärts ab und das kann (und hat auch) bei auflandigem Wind, also auf Legerwall, zu Verlusten geführt.

Es gab zu dieser Zeit sehr viele Kutter und Ewer, die eine Bünn hatten. Die Bünn ist ein Kasten im Schiffsinneren, der von unten Zugang zum Wasser hat. Dadurch konnte immer frisches Wasser ins Innere gelangen. Die Fischer hatten damit die Möglichkeit, lebenden Fisch anzulanden. Es ist aber vorgekommen, dass einige Ewer bei Seegang derart in Schräglage gekommen sind, dass sie über die Bünn von innen vollgelaufen sind. Die Bünn hatte oben nur unzureichend abdichtende Deckel. Nachfolgend ein von mir 'übersetzter' Text aus der Seeamtsverhandlung von 4 untergegangenen Kuttern/Evern.

Einer der 4 war die 'Emma Gesine', der Ewer meines Urgroßvaters Peter Külper.

Das Seeamt lenkt wiederholt die Aufmerk-
samkeit des beteiligten Komitees auf die große
Gefahr, welche mit der Einrichtung der Bünnklappen
auf den Fischerfahrzeugen verbunden ist und
möchte nochmals zur Ergänzung darstellen, ob in
dieser Beziehung nicht eine Änderung der Bauart
dieser Schiffe zu erstreben ist.

(Aus der öffentlichen Sitzung vom 12. Juli 1904)




Segeltörn 2003 von Greena. Wir haben das Vereinsboot von unserem Commodore übernommen. 6 Mann sind Zuviel. Der Skipper J. S. wollte es damit für sich so billig, wie möglich machen. Denn zur Bootscharter kommen noch die Hafengebühren, die recht unterschiedlich sein können. So haben wir einmal in Norwegen in einem Kommunalhafen etwa einen Euro pro Hafentag bezahlt. Die Benutzung der Sanitäranlagen dagegen kostete über 4 Euro für jeden, weil diese in Privathand lagen.


Anfahrt mit dem Auto

Übernahme des Vereinsbootes


Skipper J.S.

Greena

56°24,2'N 10°55,3'E

25,2 Sm


Anholt

56°42,9'N 11°30,7'E

47,2 Sm

Beim Auslaufen aus Anholt kam die Anweisung vom Kartentisch (Micki), 10° BB. Gleichzeitig rief der Skipper vom Vorschiff StB halten, worauf ich vom Ruder aus, sehr zum Unwillen des Skipper, mit "Halbkreis" antwortete.

Mölle S

56°16,9'N 12°29,5E

44 Sm


Kopenhagen

55°41,7'N 12°36,1'E

37,1 Sm


Rödvis/Fischerhafen

55°15,2'N 12°22,6'E

24,2 Sm


Klintholm

54°57,1'N 12°28,1'E

13,6 Sm


Hesnaes

54°49,4'N 12°08,3'E


Wegen der Überbelegung, eine Reise zum Abgewöhnen!




2004. Überführung des Vereinsschiffes von Warnemünde mit kleinem Umweg. Die letzte Crew hatte das Boot in Warnemünde liegen gelassen (lassen müssen?). Wir waren zu dritt. Skipper Rudi.K, Noch einer und ich. Der Noch einer war ein freundliches kleines Kerlchen. Bäcker von Beruf und Erbe einer Bäckerei mit dazu gehörendem eigenem Haus, was er sofort weiter verpachtet hat. Da die Bäckerei nicht so lief, wie geplant, bekam er natürlich auch seine Pacht entweder verspätet oder garnicht. Meistens eher garnicht als wenigstens etwas! Dabei hatte er, wie er mir erzählte, mit etwa 7000 € monatlich gerechnet! Ich hatte es frühzeitig erkannt und habe in der Woche das getan, was K.H.B. mit uns in Norwegen gemacht hat, nämlich die flüssige Extraversorgung übernommen. Der Skipper war kein Biertrinker, also hatten wir meinen Sixpak pro Tag für uns beide alleine. Er konnte gerade seinen Verpflegungsanteil entrichten. Als wir ihn bei sich zu Hause ablieferten, konnte er dem Skipper nicht einmal seinen Charteranteil geben. Den Anteil mußte der Skipper allein übernehmen; er hatte ihn ja auch schließlich allein heran geschleppt.





Sa. 04.09. Ankunft Warnemünde mit dem VW-Bulli vom Skipper Rudi K. Fest mit Feuerwerk in Warnemünde am Altern Hafen. Ehemaligen Arbeitskollegen vom Flugzeugbau Joan Renee Jouen mit einem seiner vielen Creppesstände wiedergetroffen.

So. 05.09. 9³°

Warnemünde
54°10'47''N 12°05'17''E



Mo. 06.09. 10°°

Barhöft
54°26'02''N 13°01'54''E

48,5 Sm

Idyllischer Naturhafen mit Mücken, Mücken, Mücken..... Essen, Trinken usw. ging alles nur mit einer Hand. Die andere wurde ausschließlich zur Abwehr gebraucht.


Stralsund


Zwischenhafen. Stadtrundfahrt mit der Bimmelbahn erkundet. Schöne Altstadt.

Di. 07.09. 10°°

Vitte/Hiddensee
54°34'08''N 13°06'30''E

23,3 Sm

Fischteller gegessen. Sehr gut! Die verstehen was davon!

Mi. 08.09. 10°°

Warnemünde
54°10'47''N 12°05'17''E

47 Sm


Do. 09.09. 13³°

Großenbrode
54°21'16''N 11°04'36''E



Fr. 10.09. 10³°

Ort/Fehmarn.
54°26'52''N 11°02'58''E



Übergabe

Heiligenhafen
54°22'31''N 10°58'56''E


Beim Anlegen, morschen Dalben abgebrochen. Skipper stand der Angstschweiß auf der Stirn. Er glaubte, wir müssen ihn ersetzen. Haben wir aber nicht! Abends Auftritt von Peter Banjo Meyer und noch einer ebenso guten dänischen Band. Große Klasse! Hier hat unser Luftikus „Noch einer“, das einzige Bier für mich ausgegeben!




Segeltörn 2005 durch die Dänische Südsee mit Peter M.


eiligenhafen

54°22'31''N 10°58'56''E

21.06.2005 9²° Uhr los.

Marstal

54°50'59''N 10°31'26''E


Svendborg

55°03'41''N 10°36'54''E


Omö

55°10'16''N 11°09'38''E


Guldborg

54°52'14''N 11°44'48''E


Gedser

54°34'50''N 11°55'20''E


Warnemünde

54°10'47''N 12°05'17''E


Heiligenhafen

54°22'31''N 10°58'56''E

30.06.2005 17°° Uhr fest. Gesamtstrecke 202 Sm, davon 178 Sm gesegelt.




Links oben: Abend in Heiligenhafen mit Blick auf den Wader vor der Ausreise. Schönwetterfahrt rüber nach Dänemark.


Das Bild rechts sollte meine Frau eigentlich nicht sehen! Der Skipper hat immer gekocht und ich habe immer Backschaft gemacht, getrunken haben wir aber gemeinsam. Meistens den Vorrat der Freundin, den wir fast täglich ersetzen mussten, damit sie nichts merkt. Eigentlich ganz schön blöde von uns. Wir hätten uns doch genug auf Vorrat kaufen können und bräuchten keine Angst vor einer späteren Entdeckung haben müssen.


Bild rechts. Guldborgsund, unser vorletzter Hafen in Dänemark und Sonnenuntergang in einem dänischen Hafen. Die Aufnahme habe ich gemacht, als wir beim Bier im Hafenkiosk saßen. Das und das Bier in Norwegen war das teuerste Bier meines Lebens. Aber was soll man machen, wenn der eigene Vorrat aufgebraucht ist und keine Nachschubmöglichkeit in Sicht ist.
Es ist das
gelbe Boot auf dem mittlerem Bild und hat einen dreiteiligen Namen. Das Schiff heißt: india, lima, delta. Die Anfangsbuchstaben bedeuten aber etwas anderes! Das Boot gehört der Lebensgefährtin des Skipper. Sie musste arbeiten und konnte nicht mitfahren. Deshalb war für mich Platz. Das Boot hat einen Ferryman mit einem Hydraulikgetriebe. Das Getriebe machte uns etwas Ärger, wobei das Getriebe eigentlich unschuldig war. Irgendwann fiel das Getriebe bei Windstille aus und wir dümpelten mitten auf dem Wasser. Mich hat das nicht tangiert. Irgendwann hätten wir wieder etwas Wind bekommen und dann währen wir unter Segel in den nächsten Hafen eingelaufen und hätten festgemacht. Mein Skipper P.M. hätte das gebracht!!! Das Getriebe hatte aufgrund des Geizes meines Skippers eher gar kein als etwas zu wenig Hydrauliköl. Nachdem er seinen Reserveliter eingefüllt hatte ging es dann wieder. In Warnemünde hat er den Stand nochmals geprüft und sich entschlossen noch einen Liter zu kaufen. Am Peilstab konnte ich aber immer noch nichts erkennen. Es blieb, trotz meiner Eingabe, bei dem einen Liter. Naja, er ist der Skipper und als solcher ist er auch Gottkönig, auch wenn er sich dadurch selbst geschädigt hat! Nach den Regeln unserer stillen Vereinbarung, hätte ich die Hälfte davon getragen.













Warnemünde voraus. Die Fahne des Kühlturms ist bereits von weitem zu sehen, wenn alles Andere noch zu einer Linie am Horizont verschmolzen ist. Alter Hafen in Warnemünde. Wegen ungünstiger Winde auf der Ostsee, nur direkt von vorne, haben wir hier drei schöne Hafentage, wieder mit dem Magenbitter seiner Freundin, gehabt. Bei der Emma habe ich nur meinen Fotoapparat ausprobieren wollen. Dass im Hintergrund Mac Doof war, habe ich erst zu Hause bemerkt.
Unten links: Kursangabe mit Ziel Warnemünde nach meiner Kartenarbeit. Das Boot hat hier keine Schräglage. Und nüchtern waren wir auch! Wie er das wieder hin gekriegt hat.



Im Bild links schaue ich in die Pinkelrichtung nach Stb, was ich natürlich nur tat, wenn es etwas dunkler war. Was ich aber zu spät bemerkte, war, das auf dem Boot mit der roten Segelabdeckung eine junge Lady saß, natürlich mit Blickrichtung zu mir. Ich habe es nie wieder getan! Von da an habe ich die anderen Seite nach BB genommen.


Als der Wind etwas gedreht hatte, haben wir bei der Überfahrt nach Fehmarnsund mit noch nicht mal halb ausgerollter Fock immerhin bis zu 7,4 Sm gemacht, was nach der vereinfachten Rumpfgeschwindigkeitsformel (2,43 * Wurzel aus Länge der Wasserlinie in Meter = Rumpfgeschwindigkeit in Kn ) bereits über der theoretischen Höchstgeschwindigkeit liegt
(2,43 * Wurzel aus ca. 9m = 7,2 Kn).
An Deck habe ich dabei festgestellt, dass meine Bordschuhe nicht mehr rutschfest sind. Wir lagen dabei so auf der Seite, dass das Wasser an einer undichten Relingsstütze eindrang und ein Schapp über meinem Kopf und meine Koje im Salon anfeuchtete. Dabei wurde leider auch meine Digitalkamera nass. Das Bettzeug hatte ich bis zum nächsten Tag bereits wieder einigermaßen trocken geschlafen aber die Kamera gab ihren Geist auf und wurde ein Versicherungsfall.
Erstattet wurde bei der einjährigen Kamera gerade mal die Hälfte.

Trotzdem eine sehr schöne Reise mit Peter M. auf dem Schiff seiner Freundin!


Letzter Abend in DK




Irgendwann mal stand Peter M. bei uns vor der Haustür und bat mich um mein Navigationsbesteck und eine meiner Übungsseekarten, leihweise, damit er dem Sangeskünstler Peter Maffay das Navigieren auf Mallorca beibringen könne.
Das er einen aus der Band durch seine Massagepraxis kannte, war mir bekannt. Das er über ihn dann auch den Boss selbst kennengelernt hatte, war mir neu und dass er dem Boss das Navigieren beibringen sollte, hat mich überrascht, ja fast umgehauen. Ich hatte geglaubt, er sollte ihn nur massieren. Ich habe ihm das Gewünschte ausgehändigt, mit der ausdrücklichen Bitte, es nach Beendigung der Ausbildung wieder zurück zu bekommen und mit einem Autogramm auf der Seekarte. Die Seekarte hat er, wie man sehen kann, wie gewünscht, zurück gebracht. Der Stechzirkel und die beiden Navigationsdreiecke befinden sich entweder noch auf Mallorca oder, was ich eher glaube, auf einem Segelschiff auf der Ostsee. Von den Seglern habe ich mich übrigens nur Hannes rufen lassen, was auch in der Widmung vom Sangeskünstler Peter M. berücksichtigt wurde!



Die Zusammenarbeit der beiden P.M.'s hat nicht lange angehalten. Es gab da einige Querelen, bei denen einer der beiden P.M.'s einen schmachvollen Rückzug antreten mußte. Die Zeit, wo er alles Tabaluga nannte, war damit endgültig vorbei und es gab einige Namensänderungen, die er in seinem Bereich durchgeführt hat.

Wenn ich oben einigen Leuten den "Spiegel" vorgehalten habe, dann muss ich es auch bei P.M. machen. Zu Beginn meiner Segelei, Text und Bilder ganz oben, hat P. 100 € zumindest von Zweien von uns, außer der Reihe abkassiert. Unzulässiger Weise und dann noch auf dem Vereinsschiff. Davon erfuhr unser Commodore aber nicht von mir. Der hat ihm Klipp und Klar gesagt, er solle froh sein, dass der Bänker und ich nicht im Verein waren, sonst wäre er im hohen Bogen geflogen.

Von unserem Commodore habe ich viel gehalten! Er war von Allen als Sachkundig anerkannt, immer Freundlich und hatte für jeden ein offenes Ohr. Die Vereinsabende hat er immer souverän gestaltet und dabei einmal bei einer Diskussion mit lachendem Auge gesagt: Wir sind ein Demokratischer Verein, solange ihr das macht, was ich will. Anders kann man so einen Verein meiner Meinung nach auch nicht führen. Ich fand den Satz einfach toll!


Später auf seinem Schiff hat er es wieder gemacht, wieder 100 € zusätzlich zur Umlage ohne eine plausible Begründung. Mir war es egal, weil ich segeln wollte. Das ging noch vier bis fünf mal so. Als aber eine Tour mit ihm, seiner Tochter und deren Freund stattfand und jeder 50 € in die Bordkasse geben sollte, habe ich es genauer genommen und beobachtet. Nach Beendigung hätte noch einiges in der Kasse sein müssen. Die Kasse wurde von der Tochter unter seiner Aufsicht verwaltet, die ich mehrfach aufforderte, die Abrechnung doch endlich vorzunehmen. Nachdem es keinen Grund für eine Verzögerung mehr gab, drückte sie mir etwas Kleingeld in die Hand und sagte: Mehr habe ich nicht. Wenn alle korrekt eingezahlt hätten und sie eine ordentliche "Buchführung" gemacht hätte, dann hätten ich nichts gesagt. Aber so und mit der Erfahrung vorhergehender Reisen, habe ich innerlich einen Schlussstrich gezogen. Als P. mich danach nochmal fragte, ob ich mit dem Schiff seiner Freundin nochmal mit segeln wollte, hat er gleich gesagt, dass er aber 100 € haben müsse. Er konnte mal wieder keine Begründung liefern und das Boot hatte ja bekanntlich seine Freundin bar bezahlt, so das auch aus dieser Richtung keine Forderungen entstehen konnten. Otto Blay hatte mir mal zu diesem Thema in einem Gespräch gesagt: Warum soll ich von den Mitseglern Geld nehmen. Das Boot ist doch bezahlt. Ich habe zu P. gesagt, dass ich mich melden würde. Habe es dann aber doch nicht gemacht. Nicht des Geldes wegen, sondern weil es mir mit den kleinen Gaunereien allmählich zu viel wurde.


Meine Segelei fand damit ein Ende.

Dazu kam auch noch nachfolgender Grund.
Denn irgendwann bekam ich, frei nach Horst Schlemmer: ``Ich habe Rücken'' und wäre nur noch als Ballast zu gebrauchen gewesen. Das wollte ich unter keinen Umständen!
Beschleunigt hat mein Austritt auch noch, die Fressgier und der Futterneid einiger Mitglieder auf einem gemeinsamen Essen im Vereinslokal, wo Reh satt angesagt war. Einer, an der Kopfseite rechts von uns, hatte sich die Fleischplatte unter den Nagel gerissen und wollten sie nicht weiter reichen und zur linken Kopfseite hin, mussten wir, meine Frau und ich, unseren Nachtisch verteidigen, der bereits abgezählt auf dem Tisch stand, als wir gerade mit dem Hauptgang anfangen konnten.

Dieses Verhalten fand ich höchst Unkameradschaftlich und für diesen Kreis äußerst Unwürdig!

Da ich auch kein großer Vereinsfan war und bin und die Raucherei damals im Vereinslokal sehr verabscheut habe, bin ich auch bald aus der SKB ausgetreten.


In bleibender Erinnerung habe ich aber noch die immer wiederkehrende Beobachtung:

In den verschiedenen Häfen, bei der morgendlichen Körperpflege, gab es immer mindestens eine Person, die zu Beginn den Wasserhahn wie ein Niagarafall bis zum Anschlag aufriss, dann den Waschlappen nass machte, um ihn daraufhin auf Bügelfeuchte auszuwringen. Damit wurde unter wohligem Grunzen rund um die Nase gewischt. Beim Abtrocknen wurde dann gestöhnt, als wenn der Betreffende gerade den Ärmelkanal durchschwommen hätten. Erst danach wurde der Wasserhahn wieder geschlossen!
Ich selbst war etwas sparsamer. In Burg auf Fehmarn stand ich am Waschbecken, weil ich mal wieder keine Wertmarke für die Dusche opfern wollte, als ich bemerkte, dass hinter mir eine Duschkabine frei wurde. Ich meine Klamotten gepackt und rein, um die Restwarmwasserdauer zu nutzen. In froher Erwartung habe ich mich von Oben bis Unten eingeseift. Beim Abspülen habe ich dann erkennen müssen, dass es hier kein Restwarmwasser gab - ja, es gab nicht mal kaltes Wasser und so stand ich da mit meinem Geiz und dem Seifenschaum am ganzen Körper. In anderen Häfen, so z.B. Heiligen-Hafen, hatte es funktioniert.

Es war eine schöne Zeit, die ich nicht missen möchte!