Die Flut
                                                   
Über diesen Deich ist das Wasser 1962 mindestens 10 cm hoch über weg gelaufen. Bis zu dem weißen Haus von Mandus Ridder bin ich noch gekommen. Die Platten waren bereits unterspült und wackelten bedenklich. Dann ging auch noch das gesamte Licht aus. Altenwerder und auch der gesamte Hafen waren mit einem mal in Dunkeln. 
Das Foto rechts daneben ist bereits etwas älter und zeigt ein Fuhrwerk beim Durchfahren des kleinen Nebenarmes der alten Süderelbe der von den Sommerweiden in Richtung der Südostspitze von Finkenwerder. Bei dem Bild habe ich mich sofort an die Worte meines Vaters erinnert. Er erzählte, dass der Bauer von dem späteren "Storchennest" von seiner Sommerweide kommend bei Flut über die Furt nach Hause fahren musste. Dummerweise war das Wasser damals deutlich höher als auf diesem Bild. Dabei hat er seinem Pferd zugerufen: "Koop hoch Bruner, Koop hoch". Der Braune hat den Kopf aber nicht wieder hochbekommen. Es war bereits auf dem direkten Weg nach ganz oben in den Pferdehimmel.
                    

                          
Und dann kam die Flut  vom 16. auf den 17. Februar 1962 Ich hatte bereits ausgelernt und war als 19jähriger Schiffsmaschinenschlosser in drei der vier Docks der DW als Heizer abgestellt, als wir die Warnung einer schweren Sturmflut erhielten. Ein starker Wind wehte schon seit Tagen aus NW. Dadurch sind bereits mehrere Tiden in der Elbe stehen geblieben, so dass die Elbe schon einen hohen Wasserstand hatte. Ich musste noch mit einem Eisenkahn von den Docks rüber zu dem neuen Helgen wriggen und alle Luken vom Großhelgentor schließen, die nur von der Wasserseite zu erreichen waren. Hinter diesen Luken befanden sich die Pumpenräume vom neuen Großhelgen. Und dann kam richtig Wind auf! Nachher ist das Wasser durch die oberen Luken in die Pumpenräume gelaufen. Ich machte an diesem Donnerstag normal Feierabend, während meine Kollegen, nichts Gutes ahnend, sich noch auf eine längere Arbeitszeit einrichteten. Dass das aber bis zum darauf folgenden Montag dauern sollte, hat keiner vorhersehen können! Zum Glück hatten sie, aufgrund ihrer reichlichen Erfahrung mit überraschenden Überstunden, immer einen guten Vorrat an Lebensmitteln dabei oder wurden von den Schiffen, wie in so einem Notfall, mitversorgt.
So wie sie mir am Montag erzählten, gab es in der Nacht aber richtig Ärger. Die Docks machen, bedingt durch die Tiden, ständige Hubbewegungen. Dabei gleiten sie an mehreren großen, tief in den Grund gerammten eisernen Pfählen auf und ab. Die Pfähle reichten aber bei so einem Wasserstand nicht aus und die Docks währen nach oben aus ihrer Führung geglitten, hätten die Kollegen nicht eingegriffen. Sie waren gezwungen, die Docks mit den darin befindlichen Schiffen zum Teil zu fluten -und das von Hand mit viel Feingefühl. Es gab auf jeder Seite mehrere Schieber, damit das Dock gleichmäßig abgesenkt werden konnte. Es bedurfte 250 Umdrehungen bis ein Schieber von Zu bis Auf kam. Da beizeiten der Strom ausfiel, musste das von Hand gemacht werden. Eine Schweine arbeit!  Dabei durften die Docks nicht zu weit abgesenkt werden. Die Schiffe hätten sonst aufschwimmen können. Das währe genau so eine Katastrophe geworden, als wenn die Docks aus ihrer Führung gehoben worden währen. Das Fluten 'per Hand' muss außerdem sehr gefühlvoll von statten gehen, da die großen gusseisernen Rohre bei ungleicher Belastung und dadurch schiefes Eintauchen des Docks leicht brechen können und dann währe das Fluten nicht mehr zu bremsen gewesen. In so einem Fall würde das Dock absinken, bis es auf seinen beiden Luftpolstern, rechts und links, schwimmt. Die Schiffe hätten dann jeden Kontakt verloren und hätten sich bei dem Wind selbständig gemacht. Im Dock 3 war außerdem ein Schiff, bei dem die Schiffbauer einige Bodenplatten entfernt hatten. Dort kam das Wasser ins Schiff. Zum Glück wurde im Schiff nichts 'wertvolles' nass. Ich selbst habe durch die Flut einen Tag aussetzen müssen, den Freitag. Die Deutsche Werft hat mir diesen Tag anstandslos bezahlt und nicht nur mir! 

Die Böllerschüsse, die die Polizei am Stack abgefeuert hat, hat keiner von uns gehört. Sie wurden vom Wind verweht. Aber das Geläute der Kirchenglocken hat meine Mutter nachts gegen 1°° Uhr aufgeweckt. Das erste was sie sagte war: Finkwarder löpt vull! Sofort stand mein Vater auf und rannte zu Mandus Ritter`s Haus, wo rechts im Anbau unser Auto stand. Auf dem oberen  Bild ist das helle Dach von dem Schuppen am rechten Rand zu sehen.
                       

Nachfolgend Kopien aus der DW-Zeitung

Auf dem oben erwähntem Niarchos-Achterschiff habe ich als junger Geselle das Heizen gelernt. Siehe auch Ich Beruf.
                       



                         



Links, im Bild rechts, das weiße Haus, gehört Mandus Ritter, dem Milchmann vom Wittmunderweg und seiner Frau Meta,  wo wir über deren Laden wohnten. Das Haus war anderweitig vermietet. Der weiße Schuppen war die Garage, in dem auch unser Auto stand. Das dunkle Haus im Hintergrund, gleich rechts von der weißen Garage, zum kleinen Teil verdeckt, gehörte dem Bauern Hinnik Wittorf. Den Kahn, der hier im Vordergrund auf dem Köterdamm liegt,
                      
 habe ich am Tag nach den Deichbrüchen an mich genommen und habe damit meine Großeltern die fünf Meter zu ihrem Haus geschippert. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch andereLeute zu ihren Häusern gebracht und auch Brot verteilt, wo  die Bundeswehr mit ihren Booten am Köterdamm nicht über die Hecken und Pforten kam. Später habe ich den Kahn, wie auf dem Bild, wieder dort liegen lassen.
Mein Vater hat sein Auto an die höchste Stelle von Finkenwerder gefahren. Das war bei der Polizeiwache. Dabei musste er eine lange Strecke den Köterdamm längs fahren und das war der tiefste Punkt von Finkenwerder. Dabei bestand immer die Gefahr, dass das Wasser ihn überraschte. Aber es ging gut. In der Zeit bin ich hinter her und wollte meinen Großeltern helfen. Ich bin bis zu Mandus Ritter gekommen, als über dem Hafen das Licht ausging. Es war gespenstisch dunkel und die schmalen Gehwegplatten waren bereits unter- und überspült, so dass ich bisüber den Knöcheln im Wasser auf den wackeligen Platten watete und den Weg nur noch erahnen konnte. Meine Großeltern sind kurze Zeit später doch noch über den Deich zu uns gekommen, kurz bevor die Deiche brachen. Im Notfall hätten sie auch in ihrem Haus ins obere Stockwerk gehen können, das lag oberhalb der Wasserlinie. Sie haben dann einige Wochen bei uns verbracht, bis ihr Haus aufgeräumt und ausgetrocknet war. Der Staat hat großzügig Heizgeräte und Heizöl verteilt. Beim Aufräumen ist vieles weggeworfen worden, was ich heute gerne als Andenken gehabt hätte! Mein Vater kam noch kurz nach Hause, um seine Uniform anzuziehen und ist dann für mehrere Tage auf der Polizeiwache gewesen und hat Sonderschichten geleistet, da viele seiner Kollegen nicht zum Dienst erscheinen konnten, weil es keine Verbindung nach Finkenwerder gab. Dafür hat er dann auch eine Anerkennung vom Staat erhalten. Aber das haben seine Kollegen auch bekommen, die nichts gemacht haben. Selbst der, der besoffen im Bett gelegen hat (der Name ist bekannt), wurde bedacht! Wir, meine Mutter und ich und auch unsere Nachbarn, konnten  nichts weiter machen. Das Wasser und meine Großeltern waren nun mal da. Wo wir nicht dran gedacht hatten war, dass das Wasser auch uns auf Fläche `B` erreichen würde. Nämlich im Keller, durch die Abflussrohre. Und im Keller waren unsere ganzen Vorräte wie Kartoffeln und Kohlen usw. Onkel Otto konnte und musste aushelfen. Die Bilder unten zeigen die SO-Spitze von Finkenwerder (Am Horizont sind die Harburger Berge schwach zu sehen). Links die beiden Häuser auf dem rechten Bild, die nur durch einen Sommerdeich geschützt waren, wurden nach der Flut abgerissen, sie waren stark beschädigt. Nach Angaben der Besitzer, sollen die Häuser, bevor die Deiche brachen, durch den Wasserdruck und durch die Strömung auf ihren Fundamenten regelrecht getanzt haben. In der Mitte ist das Wirtshaus `Storchennest` von der Rückseite zu sehen.  Da, wo der Deichbruch unmittelbar vor der Gastwirtschaft zu sehen ist, stand das Haus von deren Sohn. Er hatte bereits Richtfest gefeiert, als die Flut kam. Von diesem Haus ist nichts übrig geblieben, nicht ein Stein! Diese Aufnahmen entstanden nur wenige Meter hinter dem Haus meiner Großeltern
                             
                         

                     
Links das Haus meiner Großeltern. Der Pavillon im Vordergrund gehörte zur Gastwirtschaft Harms und war ein ständiger Zankapfel, weil der Pavillon ausgebaut und erhöht und mit einer Brücke mit der Gastwirtschaft  verbunden werden sollte, damit dort auch Gäste hätten bewirtet werden können. Dabei währe meinen Großeltern die Sicht über den Deich versperrt worden. Das betraf eigentlich nur die obere Wohnung und die war meistens vermietet. Der Pavillon war nach der Flut aber so stark beschädigt, dass er von alleine zusammenbrach. 
Am feuchten Putz ist noch der Wasserstand deutlich zu sehen. Die Aufnahme links stammt aus der DW- Zeitung, aus der auch die oben aufgeführten Seiten stammen. Auf dem Bild rechts  ist die Flut bereits einige Tage 'alt' aber das Wasser ist immer noch da. In der Mitte ist das Haus von Hinnik Wittorf. Wenn man genau hinsieht, erkennt man neben dem Treppenabsatz meinen Großvater in gebückter Haltung in dem Kahn stehen, den ich `besorgt` hatte. Der Kahn war nötig, wie man sehen kann, obwohl der Deich so nahe war.
Paul Harms war ein Halbbruder von meinem Großvater. Auf Grund der Zwistigkeiten war ich doch so beeinflusst worden, dass ich diese Gastwirtschaft nie betreten habe, obwohl Marta Harms sich mit meiner Großmutter, Trine Baack, gelegentlich unterhalten hat und mir sogar einmal eine Packung Zigaretten (Ernte 23) von ihrem Automaten in der Wirtschaft runter geholt hat, obwohl sie geschlossen hatte! Inzwischen finde ich nicht nur das Rauchen richtig blöd!! Übrigens, hinter dem Pavillon ging eine stabile und gut geteerte Treppe den Deich rauf. Sie gehörte zur Wirtschaft. Meine Großeltern hatten nur das Wegerecht.
Einmal bin ich im Winter als lüttn Jung blangbi de Tripp mit min Sleden den Dick dolrüscht. Als ich es meinen Großeltern erzählte, wollten sie es auch unbedingt sehen. Bei so viel Aufwand hat mich dann aber der Mut verlassen. An den Spuren im Schnee konnten sie aber erkennen, dass ich die Wahrheit gesagt hatte.
                           
Die Auswirkungen der Flut bei meiner Großmutter am Müggenburg 6
                 


                                                            



                             
Im Bild oben ist im Hintergrund das Braack zu sehen. Rechts ist Müggenburg 6 und links der Neubau von Kruse. Den hat Walter Richter, der auch am Haus in Weihe mitgearbeitet hat, alleine gemauert, damit er dort eine Wohnung beziehen konnte. Miete musste er trotzdem bezahlen. Ja so war es damals! Die Auffahrt gehörte zu beiden Häusern. Das Auto, ein ziemlich neuer Ford 12M, gehörte dem Schwiegervater meiner Kusine Elsbeth Kummrow, geb. Prummbaum, der Tochter von Tante Manni. Seine Garage war bei Kruse unten im Haus. Er hatte die ziemlich steile Auffahrt beinahe geschafft und ist erst im letzten Moment auf diese Position zurück gerutscht und hatte nachher sogar noch Mühe aus dem versinkenden Wagen zu kommen. Die Auffahrt hatten mein Vater und ich erst kurz zuvor erbaut. Dort wo das Auto sich befindet, bestand sie aus Sand mit einer Steinpflasterung. Alles wurde im Nu weggespült. Auch auf dem linken Bild hatte das Wasser bereits den Höchststand hinter sich. Auf beiden Bildern ist eine Mauer zu sehen, die mit der Oberkante auf Deichhöhe zwischen den beiden Häusern stand und vom überströmenden Wasser schräge gegen das Haus meiner Großmutter gedrückt wurde. Dadurch wurde das Wasser von der alten Seitenwand des Hauses abgelenkt. Sie hätten es sonst kaum überstanden.  Hinter dem Haus, zwischen Kotflügel und Hinterrad, ist ein Teil vom Dach meiner Garage zu sehen. Glücklicherweise hatte ich mein (erstes) Auto, ein VW Käfer Baujahr 54, ca. 2 Monate vorher verkauft. Es währe aber egal gewesen, der Staat hätte alles ersetzt und die Auffahrt wurde auch total unbürokratisch von Profifirmen wieder hergerichtet. Alles was vorher provisorisch war, wurde mit einer soliden Asphaltschicht versehen. An dieser Stelle ist seit Jahrhunderten, wie meine Großmutter mal sagte, immer mal wieder das Wasser über den Deich gekommen und hat ein Brack gebildet. In dem Brack davor, währe meine Großmutter beinahe als Kind beim Spielen ertrunken. Sie konnte gerade noch gerettet und wiederbelebt werden. Bildreihe darunter ist links Müggenburg 6. In der Mitte ist von der neuen Treppe leider nur das Geländer zu sehen und rechts ist die Wurstbude von Hinni Achner. Bei Bauarbeiten an der Treppe habe ich als kleiner Junge mit geholfen. Dabei habe ich zwei abgebrochene Tonpfeifen gefunden. Ich habe sie immer noch. Die Pfeifen sind beim Hausbau, vor ca. 200 Jahren weggeworfen worden, Meine Großmutter sagte mir als ich ein kleiner Junge war, dass das Haus ca. 140 alt ist. Ich war damals 12  und heute bin ich über 72.
Bei dem Bild obenmitte ist links das Kruse-Haus zu sehen. Den Wagen davor kenne ich nicht. Dann kommt meiner Großmutter Haus. Dazwischen ist die Abfahrt zu den Garagen. Verdeckt und kaum zu sehen, kommt dann das Haus von Schlachter-Achner. Das klein erscheinende Haus in der Mitte kenne ich nicht. Dann kommt, rechts davon Eisen-Achner. Das Haus daneben kenne ich auch nicht. Die Lücke ist das Müggenloch. Das Haus neben dem Müggenloch gehörte einem von Holt; es wurde nach der Flut abgerissen, wenn ich mich nicht irre. Ganz rechts ist noch das Holst-Haus zu sehen ( die Bäckerei). Dieses Stück Deich gehörte früher mal unserer Familie Külper/Holst/Lorenz. Der Mann, der in der Abfahrt ganz schwach zu sehen ist, kann der Schwiegervater meiner Cousine Elsbeth oder auch ihr Mann, der Helmuth, sein. Die Frau mit dem hellen Pullover ist Erika von der Horst, jetzt verheiratet mit einem Lehrkollegen Paul Christoff, aus Neuenfelde. Sie hat in der Bäckerei bei Körner, Nachfolger von  der  Holst-Bäckerei, gearbeitet und unterhält sich mit mir. Das Auto im Hintergrund ist eine Isetta und gehörte  meiner Cousine und ihrem Mann Helmut Kummrow. Heute leben beide mit ihren Kindern in Frankreich.Das Bild rechts ist eine Aufnahme aus dem Küchenfenster meiner Großmutter und zeigt das Braack, wo das Wasser bereits seit hunderten von Jahren immer wieder stand. Der Baum im Vordergrund trug die schönsten Birnen, die ich kenne. Ich weiß nur nicht mehr, welche Sorte es war. Links von seinem Stamm war das erste Urinal, ein 150ger Tonrohr, welches meine Großmutter dort etwas versteckt hochkant eingegraben hatte. Heute gehört alles Hinni Fitz, Schlachter Achner. Im Keller des Wohnblockes, genau über dem da so vor sich dahintreibenden schwarzen Schuppen, hatte ein Verwandter, Jocki Friedrichs, bereits seit einigen Jahren eine Wäscherei. Er wohnte mit seiner Frau zur Untermiete im Holst-Haus im linken Flügel. Wir, Onkel Ewald und ich, haben ihn im Sommer sehr häufig beim Baden getroffen. Er hat in der Wäscherei so gut wie gar nicht gearbeitet. Das hat alles seine Frau gemacht. Sie war eine fast abgehärmte kleine dünne Person, während er eher der wohlgenährte und ausgeruhte Lebemann war. Einmal bekam ich am Strand mit, wie er sagte, dass seine Waschmaschinen über 30.000,- DM gekostet haben. Für mich und nicht nur für mich, war das ein riesiges Vermögen! Immerhin war der Krieg noch nicht lange vorbei und jeder soll ja mal mit 40,-- DM angefangen haben. Aber Onkel Ewald hat mir auch über ihn erzählt, dass er sehr knickerig war. So hat Jocki herausgefunden, dass, wenn man eine leere Flasche hinlegt und lange genug wartet, sich immerhin noch 27 Tropfen ansammeln, die er natürlich auch für sich genutzt hatte!
Nach der Flut hat sich einiges geändert. Die alte Süderelbe z.B., wurde am Mühlenberger Loch abgesperrt. Dabei war es egal, ob dort noch der Kutter "Amor",  HF 30, auf der Werft lag und dadurch der Schipper und auch der Werftbesitzer seine Existenzgrundlage oder Hein Wüpper seine Fischgründe verlor. Das war alles nebensächlich. Mit einem mal war Sicherheit alles. Vorher wussten die Verantwortlichen nicht einmal, dass z. B. eine Straße in Wilhelmsburg, in Wirklichkeit ein Flutschutzdeich war! Zur Flutsicherung wurden nun alle erreichbaren Lkws herangezogen, mit denen dann ein ganzer Berg, von den Harburger Bergen, zur Auffüllung der 'Löcher', abgetragen wurde.
Der Hamburger Staat muss ein 'schlechtes Gewissen' gehabt haben, denn als in Cuxhaven bereits die Deiche brachen, hat sich in HH noch lange nichts gerührt bis auf eine kleine Insel in der Elbe - Altenwerder -, wo es einen Polizei posten gab, der ständig, also Tag und Nacht, mit einer Person besetzt war. Es war der Polizist Wilhelm Wiesel, der mit seiner Familie in dieser Wache, wie in einem Eigenheim wohnte. Unsere Familien kannten sich gut, auch wenn meine Mutter behauptete,  durch ihn, den Wilhelm, sei ihr ein Ring, wie auch immer, abhanden gekommen. Da mein Vater das abwertete und mit keiner Silbe komentierte, wird es sich meiner Meinung nach um pubertäres Gehabe meiner Mutter gehandelt haben und das war lange vor meiner Zeit. Aber gerade dieser Wilhelm W. hat die Zeichen der Zeit - sprich die Zeichen der Natur - richtig gedeutet und hat auf der Insel wirksame vorbeugende Maßnahmen veranlasst. Diese Insulaner konnten sich und ihre Insel zwar nicht vor dem Wasser bergen, waren aber auf die Flut bestens vorbereitet.
 
Ich habe nichts, aber auch gar nichts für Politiker übrig (ausnahmslos alle in einen Sack und dann immer oben drauf hauen), bis auf einen, der hier wirklich Eier gezeigt hat, und das ist unser  Helmut
auch liebevoll
Schmidt-Schnauze genannt.
Damals Innensenator von Hamburg und späterer Bundeskanzler.