Meine Urgroßeltern


Baack, Klaus Dietrich geb. 04.11.1859 Freyburg Elbe.

Fischer und Kastenschutenschipper gest. 20.08.1947 in HH-Altona

verheiratet seit 20.06.1888 in Altona mit

Sager, Anna Margarete Christine, geb. 09.04.1863 in Elpersbüttel.

Dienstmädchen, gest. am 02.03.1931


Ihre Kinder

Onkel Otto Baack Oma Albrecht

Dann muss da noch eine Schwester oder Cousine bzw. auf jeden Fall eine nahe verwandte weibliche Person gewesen sein, bei der er seinen Lebensabend verbracht hat und deretwegen meine Oma den Besuch bei Onkel Otto abgebrochen hat, weil sie zufällig auch anwesend war.


Geburtsurkunde Baack


Geburtsurkunde Sager



Heiratsurkunde Seite 2





Klaus Dietrich Baack und Ehefrau Anna Margarete Christine Sager mit ihrem Enkel, meinem Vater, C. D. Johann W. Albrecht .



Mein Urgroßvater, Klaus Baack, war von Beruf Fischer. Wo, weiß ich nicht. Ich weiß auch nicht, wo er auf Finkenwerder gewohnt hat.
Die Angelei mit seinem Kahn war sein Hobby, als er im (Un)Ruhestand war. Auch von seinen beiden echt goldenen Ohrringen mit dem Anker darin, einer alten Seemannstradition, wurde oft gesprochen. Auch sein Blick wurde mindestens ebenso oft erwähnt! Er, der Blick, stand sicherlich im Widerspruch zu seinem Wesen.

Einmal, als meine Mutter mit mir an der Hand über den Steendieck in Richtung Müggenburg zu ihrer/meiner Mutter/Großmutter gingen, hat sie über den Deich rüber gegrüßt. Ich war natürlich neugierig und wollte wissen, warum. Sie sagte, da drüben auf der Bank, etwa zwischen Gasthaus Lanker, im Volksmund damals 'Schlapper Titt' bekannt, und dem ehemaligen Zeugladen Woltmann, unmittelbar an der Einmündung zum Stack, sitzt dein Urgroßvater. Das war das erste und letzte mal, dass ich ihn gesehen habe. Warum meine Mutter nicht mit mir zu ihm hinübergegangen ist, ist mir immer ein Rätsel geblieben. Schließlich war ich sein Urenkelkind. Ich habe immer geahnt, dass zwischen den Familien meiner Großeltern ein kindischer Kleinkrieg herrschte und nur äußerst selten gegenseitigen Besuche stattfanden und auch nur , wenn sie nicht zu vermeiden waren! Ich kann nur vermuten, dass die Familie meines Vaters nicht Standesgemäß war. Ich habe immer wieder Anzeichen dafür gefunden. Kurz darauf ist mein Urgroßvater zu seiner Tochter (?) nach HH gezogen und 1947 dort verstorben.

Auf den Bildern, is he mit sin grelln Äugen to sein. Den Ausdruck grelln habe ich oft von meinen Eltern gehört, die nur Plattdeutsch gesprochen haben. Man beachte auch seinen sorgsam gezogenen Scheitel. Ick kan me nich helbn, ober dat het he man bloß wegn den oln Knipskassn mokt, genauer sech: he müss sik dat gefaln lotn.

Auf zwei Dinge, sagte mein Vater mal, war er besonders stolz und hat sie in Ehren gehalten: Seine beiden Ohrringe und sein Kahn. Die Ohrringe sind nach Seemannstradition aus massivem Gold gewesen. Sie sind als Bezahlung für ein eventuelles ehrenvolles Begräbnis in fremden Landen gedacht. Aus Erzählungen weiß ich, dass er neben der Fischerei, auch im Hafen auf einem Getreideheber und auf Kastenschuten gearbeitet hat.

Wenn Karkmeß war, kam er auch manchmal, sehr zum Unwillen seiner lieben Gattin, gaaaaanz leicht angetütert zu Hause an. Er hatte dann aber immer Zuckerplitten dabei. Früher gab es den Jahrmarkt immer an zwei Plätzen zugleich. Einmal beim Gasthof Rahmstorf und dann noch am Norderkirchenweg. Der Sohn, Heini Rahmstorf war ein Schulkollege von mir. Er hatte als erster die damals aufkommende Mecki-Frisur, zwangsläufig, weil er einmal beim herum toben Hals über Kopf in ein Lagerfeuer gefallen war und der Friseur keine andere Möglichkeit mit den restlichen Haaren hatte. Das aber nur mal so nebenbei.

Albrecht

Harms (?),
vor der späteren Gastwirtschaft, die hier rechts im Hintergrund gleich hinter den Dreien zu sehen ist.

Baack

Neben diesen Tätigkeiten hat mein Urgroßvater auch das Vorland 1, wo die DW war, der Flugzeugbau und der Gorch Fock Park noch immer ist, mit aufgeschüttet. Das wurde mit Loren gemacht, die von Hand geschoben werden mussten. Also einen richtigen "Knochenjob". Dabei war es die Aufgabe meiner Großmutter, wenn sie von der Schule kam, ihm gleich sofort warmes Essen zum Vorland zu bringen. Wo sie gewohnt haben und von wo meine Großmutter das Essen herangeschleppt hat ist mir nicht bekannt. Als aber eines Tages der Lehrer meine Großmutter nicht zur gewohnten Zeit nach Hause gehen lassen wollte, gab es Krieg! Die Bezeichnung 'Rotfuchs' war, nach Überlieferung, für den rothaarigen Lehrer noch der harmlosere Teil der „Unterhaltung“.

Die Aufnahme oben vom Juli 1935 ist bei auflaufendem Wasser gemacht worden. Siehe Ankerkette. Links im Hintergrund ist Blankenese. Die Wolke, genau über der Angelrute, stammt von der Elbschlossbrauerei . Als ich später im DW-Hochhaus gearbeitet habe, konnte ich von meinem Schreibtisch aus miterleben, wie die Brauerei demontiert wurde. Die riesigen Gärtanks wurden mit einem großen Kran nach oben aus dem Gebäude herausgehoben und in den Hafen gebracht, von wo sie dann nach China verladen wurden.


Auf den beiden Bildern, oben und unten, muss er direkt vor der Estemündung geangelt haben, also am westlichen Rand des Mühlenberger Loches.Das Mühlenberger Loch ist seinerzeit extra für die Wasserflugzeuge für den Flugzeugbau, damals B&V, (Blohm und Voss), ausgehoben worden! Man beachte die „Angelrute“! Damals war der Fisch noch essbar. Hier, vor Neunfelde in der Estemündung, ist er sogar im Winter einmal festgefroren. Er musste zu Fuß übers Eis nach Hause gehen. Dabei muss er zuerst am Ufer bis zur Einmündung der Süderelbe gehen und zusehen wie er über die Süderelbe gelangte, wo ja immer noch eine beachtliche Strömung war und das Eis entsprechend dünn bzw. brüchig war. Dann erst war er auf Finkenwerder, aber noch lange nicht Zuhause. Er ist dann regelmäßig zu seinem Kahn nach Neunfelde gegangen und hat ihn von Eis und Schnee befreit, wie mein Vater einmal sagte. Er hat auch dafür gesorgt, dass er nicht vom Eis zerdrückt wurde. Was aus seinem Kahn wurde, weiß ich nicht. Er ist irgendwann zu Verwandten, ich glaube einer Schwester meiner Großmutter, über die, auch hier wegen eines Kleinkrieges, nie gesprochen wurde, nach Hamburg gezogen.


Einmal sind meine Großeltern mit mir, als kleinen Butje, vom Auehauptdeich zum Ness gelaufen also fast diagonal durch HH-Finkenwerder und wollten Onkel Otto und Tante Greta besuchen. Onkel Otto hatte aber bereits Besuch von besagter mir aber unbekannter Schwester (?). Trotz Bitten und Betteln meines Großonkels und Tante Greta und der ausgestreckten Hand der Schwester (?), blieb meine Großmutter hart. Mein Großvater hätte anders reagiert, aber es nützte nichts. Und so musste ich kleines Kerlchen stehenden Fußes den Rückweg mit antreten. Dabei hatte ich mir eine kleine Erholung und Erfrischung ehrlich verdient und dringend nötig!!!


Irgendwann hat mein Vater mir auch von seinem Großvater Claus Dietrich Baack und von seinen Kahn erzählt. Das war aber lange nachdem ich meinen Urgroßvater als kleinen Junge an der Hand meiner Mutter einmal am Stack gesehen habe. Leider hatte ich damals meinen Vater nicht danach gefragt, was aus dem Kahn geworden ist. Mein Vater hat nur gesagt, dass der Kahn sein Ein und Alles war und das er ihn sehr gepflegt hat. Bei der Gelegenheit hat mein Vater mir auch erklärt, was pötern ist und das damit Aale auf eine ziemlich brutale Art gefangen werden. Bei dem Gerät handelt es sich um eine sehr massive etwa zwanzig Zentimeter lange Gabel, die wie eine Schere auseinander geht, und deren beiden freien Enden ungefähr zehn bis fünfzehn Zentimeter auseinander stehen, während sie da, wo sie am Stiel befestigt sind, ungefähr auf eine Länge von fünf Zentimeter mit einem Abstand von etwa einem halben Zentimeter parallel verlaufen. Die Stange hat eine Länge von etwa zwei Metern. Damit wird blind in dem undurchsichtigen Wasser und matschigen Untergrund herumgestochert, bis man das oder die Opfer zufällig gefunden und auf brutale Art erlegt hat. Die Aale werden dabei so eingeklemmt, dass sie sich nicht mehr befreien können.

Unten auf dem Bild kann man deutlich die Bauart seines Bootes erkennen. Es ist ein Klinkerbau mit Plattboden. Die Sitzbänke nannte man Duchten und wo er sich und das Boot mit vorwärts oder rückwärts bewegt werden Riemen genannt, die in Zepter gelagert werden. Das sind die nach oben hin offenen Gabeln aus Metall. Am Heck gab es auch so eine Vertiefung in der Oberkante. Da wurde der Riemen zum Wriggen reingelegt und man konnte sich, wenn man mit dem Riemen im Wasser eine Acht beschrieb und dabei das Blatt vom Riemen entsprechend verdrehte, sehr gut vorwärts kommen.

Oben die Vorderseite der Postkarte von 1936.

Danker
Lockstedt, Bez. Hamb.
G.......weg28

27.9.36

leider ist der Brief
nicht gut ausge =
fallen, sonst wäre
er wohl schon früher
bei Ihnen einge =
troffen. Heil Hitler
C. (?) Danker

Herrn
Klaus Baack
Hamburg
Hoheluftchausee 35

Hoch und trocken - ob er sich hier wohlgefühlt hat auf seine letzten Tage?


Mehr weiß ich nicht von ihm. Die Aufnahmen müssen von einem zweitem Boot oder von einem Mitangler in seinem Boot mit Blickrichtung Finkenwerder / Neunfelde, aufgenommen worden sein, denn an dieser Stelle gibt es nur bei Ebbe eine Sandbank im Mühlenberger Loch, zwischen dem Flugplatz und Schweinesand, dem östlichen Zipfel von Krautsand, zu der man aber auch nur mit einem Boot gelangen kann. Auf dieser Sandbank sind wir, Oma Lorenz, Elsbeth und ich mal bei Ebbe ausgestiegen. Rechts die Tonne, kann die Fahrwassermarkierung der Estemündung sein.



47

Freyburg

Knabe

Baack

Klaus Dietrich

1859

-----------

den vierten

November, a-

bends zehn

Uhr

Schiffer Marx Dietrich Baack

zu Freyburg und dessen Ehe-

frau Katharine Rebekka gebo-

rene Patjens.

18. Dezem-

ber 1859

1. Schiffer Klaus Baack zu

Freyburg.

2.die ….. Anna Margarethe