Müggenburg 6
 Hier bin ich hinter den beiden linken Fenstern zur Welt gekommen.
Aber das war lange nach diesem Bild. (Siehe auch ganz unten)
                             


                              
Rechtes Bild von links: Jakobine Holst, das Ehepaar welches ich auf einer Postkarte aus Calbe gesehen habe und meine Großmutter (nehme ich an), ganz rechts. Das Kind auf ihrem Schoß ist mir nicht bekannt. Da es sich hier um ein Familientreffen handeln kann, ist es möglich, dass die Frau auf dem rechten Bild in dem helleren Kleid, eine Schwester meiner Großmutter sein kann. Eventuell die Besitzer der Meierei aus Bühne. Es kann auch sein, dass das Ehepaar bei einem späteren Besuch mir eine Ostzohnen-Schokolade, genannt Vitalade; geschenkt haben, als ich noch ein kleiner Junge war und die familiären Zusammenhänge noch nicht begriffen habe.
Auf dem linken Bild ist Johannes Fock mit seiner Frau Katarina Fock geb. Külper  und ihre Kinder zu sehen. Im Hintergrund steht Amanda Külper geb. Holst. Ganz rechts stehen zwei von der Besatzung der Vesta,  dem Kutter von J. Fock. Der Mann hinter dem  linken Fenster scheint der gleiche zu sein, wie auf dem rechten Bild. Auch können beide Bilder zur gleichen Zeit aufgenommen worden sein, da auf beiden Bildern rechts vom Holzpfahl so etwas wie ein Teil von einem Hinterrad zu sehen ist.
Den Holzpfahl habe ich nicht mehr kennen gelernt. Der war bereits weg. Dafür habe ich noch den Schuppen gekannt, der hier noch nicht vorhanden war. Er war rechts vom Haus, also zu Schlachter Achner hin. Der Zugang war vom Deich. Er war immer abgeschlossen und ich durfte nie rein. Als er abgerissen wurde, war ich dabei. Es war allerhand Krimskrams darin. Das was mich am meisten Interessierte war das Luftgewehr. Aber ich durfte es nicht einmal anfassen. Der Rest war uninteressant für mich. Heute würde ich es allerdings anders sehen. Unter dem Schuppen, der übrigens ein altes Ruderhaus aus wirklich edlen Hölzern war, befand sich der Abort, mit nichts weiter darin als einen Eimer unter einer Sitzgelegenheit und mehr oder weniger glattem Zeitungspapier. Es gab nicht einmal Licht, nötigenfalls nahm man sich eine Kerze mit.
Der eine Zugang war über die Außentreppe mit ihren sehr unregelmäßigen Stufen. Es gab aber auch noch einen Zugang durch eine Luke, die direkt hinter der Eingangstür war. Dann ging es die steile Treppe herunter durch den Keller an dem immernoch erhaltenem Gropen vorbei. Am Ende des Kellers waren drei oder vier gemauerte Stufen hinauf zu einer ebenso masiven wie niedrigen Tür. Ich habe nie beobachtet, dass diese Tür jemals abgeschlossen war. Wenn man diese Tür hinter sich hatte, war gleich recht der Aftritt und links war ein kleiner Absatz zu derAussentreppe. Diese Treppe hat mein Vater später erneuert und galt lange, nach Aussage des Straßenfegers mit seiner Schottsche-Karre, als die Schönste auf Finkenwerder. Der Straßenfeger wurde später von Arthur Vagst abgelöst, der dann die Straßen mit einer motorisierten Kehrmaschine reinigte. Die beiden Tonpfeifenköpfe, habe ich in dieser Baustelle gefunden.  Sie können beim Bau des Hauses, vor etwa 200 Jahren, abgebrochen und weggeworfen worden sein. Die Pfeifenstiele habe ich noch gesucht aber nicht gefunden. Mein Vater währe sehr ungnädig geworden, wenn ich ihn bei der Arbeit behindert hätte. Der andere Weg führte über eine Klappe im Flur direkt hinter der Haustür über eine Treppe in den Keller und wieder nach draußen bis unmittelbar vor dem Ziel. Die Falltür war nicht ungefährlich.  Einmal hat meine Großmutter vergessen diese Luke zu schließen. Meine Tante, die ich gerade nach einem Besuch bei uns in der Heide nach Hause gefahren hatte, trat in dieses Loch und knackte sich die Ferse an. Natürlich ging sie damit nicht zum Arzt. Dafür hat es ihr dann  sehr lange weh getan.
Im Winter war es auf dem Örtchen sehr kalt und ich kann mich noch an ein Gespräch zwischen Arthur  Vagst und meiner Großmutter erinnern. Arthur war auch der städtische Entsorger. Ich weiß es noch wie heute, als er sagte:  Manda, wen dat mol wedder so koold ward, den müss Du ün in Ammel lütt beitn Solt  rinstrein, dormit dat nich anfriern deid.   Wenn ik den Ammel up de Wogenkant utkloppen mütt, den sprütt mi dat jümmers öbern gansen Lief.
Damals mussten die  Männer den oben offenen Eimer noch aus dem Abtritt holen, den Deich rauft ragen und in einen von Pferden gezogenen großen offenen Holzwagen entleeren. Im Sommer zogen sie eine riesige 'Fahne` hinter sich her. Wo sie damit abgeblieben sind, kann  ich nicht sagen. Vor der Entsorgung durch Arthur, wurde der 'Goldeimer` hinterm Haus, ganz am Ende, unmittelbar am  Graben, verbuddelt. Gleichzeitig wurde aber auch Gemüse usw. angepflanzt. Dabei konnte es vorkommen, dass man ganz unverhofft die frischen Hinterlassenschaften wieder ausgrub. Dann wurde die Pflanzung an anderer Stelle versucht. Auch meine Eltern haben dort angepflanzt. Gleich nach dem Krieg war das Essen knapp! Dabei verlor mein Vater seinen Ehering 'inne Schiet'. Jahre später wurde er wiedergefunden, gründlichst(!) gereinigt und wieder aufgesteckt.
Die untere Wohnung, unter Deichnivo hatte ihre Toilette hinterm Haus, wobei diese Familie immer durch Wind und Wetter rennen musste. Ein Urinal hatte dieses Haus bereits lange bevor ich zurück denken konnte. Bestimmt schon lange vor 1941. Es war schlicht und einfach ein 200ter Tonrohr, das versteckt hinter einer Ecke neben dem Birnenbaum hinterm Haus senkrecht so tief eingegraben war, dass ich als Kind nur mühsam und auf wackelnden  Zehenspitzen mit aufgelegtem Schniedel, pinkeln konnte.
Der Stadtteil HFinkenwerder wurde erst sehr spät an die Kanalisation angeschlossen. Danach ließ meine Großmutter noch auf jeder Etage ein Badezimmer einbauen. Die Kanalisation mündete an unserem `Elbstrand`, wo  wir oft gebadet haben, neben der Stackmeisterei, in das Köhlfleet. Wenn wir hier badeten, mussten wir oft den Kawentsmännern ausweichen. Wir haben auch so manches mal beim Toben im Wasser selbiges verschluckt. Krank sind wir dadurch nicht geworden!
                            
 




                      
Im Haus war anfänglich ein kleiner Kolonialwarenladenvon Jakobine Holst. Und wenn damals ein Kunde kam, dann musste er oftmals bis in die Küche durchgehen und aus dem Fenster rufend sich bemerkbar machen.  Aus Erzählungen weiß ich, dass entweder JJ Holst oder sein Sohn J Holst einmal eine wirklich größere Menge irgendeines exotischen wie auch sehr teuren Gewürzes mitgebracht hatte. Ob sie alles verkaufen konnten, ist nicht überliefert. Ich glaube die Insulaner kannten das Gewürz so gut wie garnicht.
Finanziel ging es den Eltern von Oma Lorenz, also Jacobine Holst und Peter Külper und den Holsten sehr gut. Wie Oma Lorenz erzählte, hatten sie Tapeten aus Seide und echte Delfter Kacheln in der Küche.
Wie es zu der Übereignung an meine Großmutter gekommen ist, kann ich nicht sagen, aber es ist Fakt. Ich habe nur in Erinnerung, das unten im Haus eine Schlachterei gewesen ist.
Peter Hinrich Jakob Amandus Külper (ein Bruder meiner Großmutter), der die Schlachterei betrieben hatte, ist, wie ich als Kind gehört hatte, nach Holland gegangen. 
Zu dem Zeitpunkt muss das Haus noch auf den Namen des Vaters meiner Oma eingetragen gewesen sein (siehe unten), weil es sonst nicht zu dieser Übertragung kommen konnte. Ob es zu dem Zeitpunkt bereits den Schlachter Achner (Hinni Fitz) nebenan gegeben hat, ist mir nicht bekannt.
Der Vater, Peter Külper, ist kurz vor seiner Silberhochzeit  im Nov. 1903 auf See geblieben. Mein Grossvater hat seine Silberhochzeit ebenfalls nicht erlebt, er ist im Oktober 1936 geblieben!
Rechts HF 181, Fortuna, einer der beiden Kutter meines Großvaters. Im Herbst 1936 ging der Kutter verloren, es gab keine  Überlebenden.
Sein anderer Kutter, HF 277 Orient, wurde 1925 auf Scharhörnriff gesetzt. Die Besatzung wurde geborgen. Alle haben überlebt, nur das Schiff wurde nicht wiedergefunden, siehe Seeamtsverhandlungen
Bei der Fortuna ist an der Steuerbordseite die oberkannte eines Scheerbrettes zu sehen. Das bedeutet, dass der Kutter zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits seinen Motor gehabt haben muss und das Netz beim Fischen hinter sich her zog. Dazu gehören zwei Scheerbretter, die das Netz beim Schleppen auseinander halten. Sie sind in einem bestimmten Winkel an den Kurrleinen vor dem Netz befestigt.
Der Einzylindermotor hatte 50 PS, die Zahl habe ich auf irgendeiner Rechnung gelesen, und er war damit einer der stärksten Motoren in der Flotte.
Nach Erzählungen, hatte mein Großvater den schnellsten Kutter bei den sportiven Wettfahrten, wenn es darum ging, als erster am Fischmarkt zu sein.
Der Motor war aber kein Garant für einen guten 'Hol', so wurde der Inhalt beim Einholen des Netzes genannt. Es kam oft vor, dass der Motor streikte und der Kutter wieder unter Segel in die Werft musste.

Kein Fisch - kein Geld! Davon wusste auch Gorch Fock zu berichten, wie er in eines seiner Büchern über seinen Vater schrieb!
Bilderreihe unten:  Das Brack zu der Zeit, als meine Großmutter noch ein kleines Kind war. Die Lücke im Bild links in der Mitte im Hintergrund  ist das Müggenloch. Rechts davon ist das Doppelhaus von `zum Felde/Schlachter Achner`. Das Fachwerkhaus ist die Nr. 6  und dahinter ist einer der beiden Türme von der Holst-Bäckerei zu sehen. Übrigens, am Brack, ich kenne die Straße noch unter Kehrwieder, das ist die Straße, die links in den Bildern vom Deich unter geht, wohnte eine Familie mit zwei Söhnen, die zur See fuhren. Es waren lustige Typen!  Der eine nannte sich Ludendorf und der andere war Hindenburg. Einer, erzählte meine Mutter einmal, wurde nachts auf der Reeperbahn kontrolliert und  gefragt, wie er den heißt. Seine Antwort war Ludendorf. Auf Nachfrage antwortete er: Wenn du mi dat nich gleubn wul, den  frog doch min Broder Hindenburg. Die Polizei konnte `den Fall` aber doch noch lösen. Ebenso kam auch eine Postkarte von  einem der Beiden aus Übersee an, mit der Adresse: An Mutter Maria, am See Genezareth, Finkenwärder bei Hamburg!!! Das einzig postalisch Korrekte war der Vorname der Mutter, der See war das Brack und Finkenwärder muss ebenso bekannt ewesen sein wie Hamburg.
                       



                      

                                    
Das Fachwerkhaus auf der rechten Seite war zu diesem Zeitpunkt in Külper-Holst-Besitz. Im Keller waren zu meiner Zeit noch Reste einer Schlachterei (de Gropen, wo se de Wüst bin kokt harn), trotz Ausbau der Kellerwohnung, vorhanden. In diesem Brack wäre meine Großmutter als kleines Kind beim Spielen am Wasser beinahe ertrunken. Sie konnte gerade noch gerettet und wiederbelebt werden. Das mittlere ist das Ältere Bild, weil der große schwarze Schuppen, von Walter zum Felde, den ich noch gekannt habe, hier noch nicht steht. Auf dem rechten Bild sind schon die Baumaßnahmen zu erkennen, um aus dem Brack einen kleinen Rattengraben zu machen. Das neu gewonnene Grundstück reicht bis über die Hälfte des hier zu sehenden Wassers. Den Anrainern, darunter meiner Großmutter, wurde das 'Neuland' zu einem moderaten Preis angeboten
Das Haus musste unter der unteren Wohnung mit Stützwänden versehen werden, da es zum Brack hin abzurutschen drohte. Die Fundamente bestehen, nach Aussage meiner Großmutter, aus großen Eichenbalken, die unverrottbar im Kleiboden liegen. Die Eichenbalken für den Fussboden der mittleren Wohnung, sind im Laufe der Zeit zum Deich hin verrottet und wurden im Rahmen der Frontsanierung mit U-Eisen versehen und wieder in denGrundmauern verankert.
Meine Großmutter hat die Wohnung auf  Deichhöhe bewohnt, also da wo die Leiter aufhört. Das linke Fenster war die kleine Stube, rechts davon ist das Küchenfenster und hinter dem Baum war die Schlafkammer. Die beiden dunklen Fenster der unteren Wohnung waren Küche und Stube der unteren Wohnung. Links von der Leiter wurde später ein Vorbau aus Holz angesetzt und diente als Windfang. Die Wohnung war immer vermietet
Die Dachwohnung, wo Tante Manni (die älteste Tochter) mit ihrer Familie viele Jahre gewohnt hat, gab es hier noch nicht. Die Wohnung war so klein, dass in der ersten Nachkriegszeit, wo eine große Wohnungsnot herrschte, Siegrid bei uns gemeldet wurde.  Für Tante Manni und Onkel Ewald war es in Ordnung.  Aber unsere Wohnung war von den Quadratmetern so groß, dass wir sonst einen Flüchtling zwangseinquartiert bekommen hätten.  Die Vorschrift wurde mit diesem kleinen Trick umgangen und hatte keine Auswirkungen für uns. Die Wohnung von Onkel Ewald war recht klein. Erst ging es die Treppe hinauf zu einem Flur, auf dem die Truhe mit dem Maritimen Inhallt stand. Nach rechts, also nach Westen ging es in die Küche, von der ein Teil als Schlafraum für meine Cousinen abgeteilt war. Dann ging es zurück nach Osten, also paralell zum Flur in die Stube und noch weiter nach Osten war hinter Stube und Fluhr das Schlafzimmer quer zum Haus.
In dem dunklen Schuppen hatte mein Großvater unter Anderem all seine Sachen gelagert, die er für seine Seefischerei brauchte. Eine Netznadel (Bild oben) aus dem Schuppen habe ich immer noch.  Die hier abgebildete Netznadel ist ein Original von meinem Großvater. Ich habe sie aus dem Schuppen hinterm Haus meiner Großmutter und benutze sie, um die nassen Schollen mit zwei halben Schlägen zusammen zu binden. Da wir bei meinen Eltern bis zu zwei Zentnern Schollen verarbeitet hatten, war es eine große Erleichterung, das mit der Netznadel zu machen. Die Schollen kamen ja direkt aus dem Salzwasser und als wir sie noch 'von Hand' zusammengebunden hatten, haben wir uns regelmäßig die Finger wund gescheuert. Das brannte höllisch! Vor dem Trocknen haben wir die ausgenommenen Schollen 4 - 5 Stunden in einer Salzlauge gelegt. Die Lauge muss so konzentriert sein, dass eine rohe Kartoffel aufschwimmt. Den Schollen wird vorher der Kopf soweit angeschnitten, dass beim Abreißen, nur die Eingeweide heraus kommen und der Blutpfropfen an der Mittelgräte erhalten bleibt. Er soll verhindern, dass sich die Wespen dort in den Fisch hinein fressen und aushöhlen. Aus dem  'Grund werden die Fische vor dem Ausnehmen gewaschen.Der pavillonähnliche Schuppen im mitlerem Bild oben, gehörte nicht mehr dazu. Das große Haus ganz rechts im linken Bild,, direkt über dem Haus meiner  Großmutter, ist das Holst-Haus mit der Bäckerei darin. Es hat zwei Turmausbauten im Dach. In dem linken wohnte die Besitzerin, Lilli Holst (Ww. von Hans Holst). Sie wurde heimlich Towerwith genannt, was auch an ihrer Stimme  lag, die nicht immer leise und meistens nicht gerade angenehm anzuhören war.
Durch die Lücke in der Mitte des linken Bildes, das Müggenloch, kam  jedesmal das  Wasser. Unten das Brack nach der Flut 1962. Im Bild unten, hatte der Fotograf das Müggenloch genau im Rücken. Das Boot befindet sich genau  über der Straße Brack', die früher "Kehrwieder" hieß.
Rechts hinter dem Doppelhaus, in der Mitte im Bild unten, ist eine kleine Hausecke zu sehen. Das Dach im hinteren Bereich ist etwas heller. Dort  hat mein Urgroßvater Peter Külper gewohnt, bevor er seine Jakobine geheiratet hat und zu ihr nach Müggenburg 6  gezogen ist. Da meine Urgroßmutter Jakobine Host bereits dort gewohnt hat, nehme ich an, dass das das ursprüngliche "Holst"-Haus  gewesen ist. Im  Stammbaum ist Johann Jacob Holst dort als stolzer Hausbesitzer aufgeführt. Er wird auch die Bäckerei mit dem Haus Drumherum gebaut haben.
Rechts davon, das Haus mit dem Vorbau, ist das Haus von dem Werftbesitzer August Pahl zu. Die Häuserblocks im Hintergrund gehören bereits zur Ostfriesland Straße und liegen damit "hoch und trocken".
                  


                      
Der hell gekleidete Mann im rechten Bild kann Jan von Holt sein, dessen Haus ans Müggenloch grenzte. Es wurde nach der Flut abgerissen. Vorne vor dem Segelboot ist die Schleuse zum Brack zu sehen. In der Mitte ist der Kutterhafen am Stack und dahinter sind die Tanks vom Petroleumhafen zu sehen. Links hinter den Bäumen sind zwei Masten zu sehen. Da hat ein Fischer seinen Kutter bei Flut auf Schlick gesetzt, damit er bei Ebbe die eine Unterwasserrumpfseite kalfatern und teeren konnte. Bei der nächsten Tiede hat er den Kutter andersherum gelegt um so auch die andere Seite zu bearbeiten. Die beiden Schiffe in der Mitte vom Müggenloch, waren `Lüttfischer`.  Die Tanks gehörten zu `EVA` und rechts davon, nicht zu sehen, ist Haltermann, wo mein Großvater Opa Auedeich gearbeitet hat.
Wo der schwarze Schuppen, Bild oben rechts, zu sehen ist, steht heute ein ALDI-Markt. Im Müggenloch haben wir oft gebadet. Einmal hat mein Onkel Ewald Prumbaum jemand gefragt, ob er meine Tante, also seine Frau gesehen hat. Die Antwort lautete wie folgt: `Dat Krigsschipp is grod utlopen`. Meine Tante hat viel Sport gemacht und hatte eine entsprechende Figur, schlank war sie dabei aber auch nicht gerade. Sie konnte sehr gut schwimmen und ist aus dem Müggenloch an den Kuttern und der Pahl-Werft vorbei bis ins Köhlfleet geschwommen.
Hinter dem schwarzen Schuppen ging ein kleiner Seitenarm rein, so dass die beiden Weiden, wo der Fuhrunternehmer Lührs seine Pferde hatte, eine Halbinsel darstellten. Dort lag der Kahn von Onkel Jakob Holst. Mit dem haben wir viele Fahrten nach Schweinesand  gemacht. Das fing eigentlich schon kurz nach dem Krieg an. Dabei kann ich mich noch genau an meine erste 'Reise' erinnern. Wir sind auf der Finkenwerder Seite am Mühlenberger Loch vorbei gepaddelt. Am Rand des Mühlenberger Loches waren eine ganze Reihe zerbombter ausgebrannter und verrosteter Wracks aus dem Hafen gelagert worden, um sie erst einmal los zu werden. Bei einem quietschte noch eine Tür im Gezeitenstrom, was sich doch sehr schauerlich anhörte. Es gab auch kleinere Wracksteile, die bei Hochwasser nicht zu sehen waren. Unsere beiden Kapitäne, Onkel Gustav und Onkel Ewald, kannten sich dort aus und umfuhren diese Unterwasserwracks sehr gekonnt. Dabei machten beide mich auf eine Segelyacht aufmerksam. So eine Yacht war damals eine kostbare Rarität und genau die rauschte auf so ein Unterwasserhindernis auf. Dabei hatte die Segler noch Glück. Es war auflaufend Wasser und sie konnten sich selbst nach einiger Zeit befreien.
Das eine mal war auch meine Cousine Elsbeth mit. Während die Onkels sich zur Inselmitte von Schweinesand begaben, um dort lange Weidenstöcke als Bohnenrankhilfe zu schlagen, habe ich meine Cousine ein 'büschen geärgert'. Ich habe riesige Hakenkreuze in den Sand am Strand gezeichnet. Jedesmal, wenn ich eines fertig hatte, hat sie daraus das damals noch unbekannte 'Windows'-Zeichen gemacht. Da sie dazu auch eine gewisse Zeit brauchte, hatte ich Gelegenheit, wieder ein neues zu machen. So habe ich sie ganz schön auf Trab gehalten. Sie hatte Angst, das irgendjemand das, so kurz nach dem Krieg, hätte sehen können und uns anzeigen können.
Ein anderes mal wollten wir nicht ganz mit nach Schweinesand. Wir, Oma Lorenz, Elsbeth und ich sind auf einer Sandbank ausgestiegen. Diese Sandbank befand sich auf der Ostseite der Estemündung, genau da, wo mein Urgroßvater Baack geangelt hat. Es war gerade Ebbe und bereits eine Zeit lang stehendes Wasser. Und dann setzte die Flut ein. Es ging erschreckend schnell, und bis die anderen auf Schweinesand unsere Lage erkannten und bei uns waren, stand mir das Wasser bereits bis an die Knie! Das war ein ganz schön mulmiges und einprägsames Gefühl. Wir hätten es uns eigentlich denken müssen, dass die Flut unmittelbar bevor steht, da wir ja bei ablaufendem Wasser losgefahren sind. Seit der Zeit habe ich, wenn auch keine Angst, aber doch sehr großen Respekt und Achtung vor diesen Naturgewalten nebst dessen Bewohnern wie Neptun mit seinen Tritonen, Nixen und Seeteufeln. So habe ich mir auch den Brauch beim Segeln später ohne zu zögern von Peter M. angenommen, dass von der ersten Flasche, egal was drin ist, Neptun der erste Schluck gehört!!! Wir waren dabei aber sehr darauf bedacht, dass der Schluck nicht zu groß war, damit Neptun nicht betrunken wurde, da er uns ja im Notfall beistehen sollte. Außerdem mußte man ja auch bedenken, dass wir nicht die einzigen Segler waren, die den Brauch pflegten.
Ein anderes Mal hatten wir günstigen Wind und ein provisorisches 'Wikingersegel' gesetzt, das den Entscheidungsträgern achtern die Sicht nach vorne einschränkte. Ich wurde zum Ausguck auserkoren und vor den Mast gesetzt, damit ich alle Hindernisse, sprich Schiffe, nach achtern melde. Es war sehr interessant vor dem Mast. Die vielen Schiffe im Fahrwasser der Elbe taten uns ja nichts. Die brauchte ich nicht melden, aber dann kam ein Schlepper von der Sietas-Werft. Man, war das ein Anblick! So groß hatte ich so etwas noch nicht gesehen und dann auch noch so dicht vor meiner Nase.................. Das Donnerwetter von achtern, folgte auf dem Fuße. Die haben den Schlepper erst gesehen, als er bereits vorbei war! Einmal hatten wir auf der Rückfahrt Wind und Strömung von vorne und an der Spitze von Finkenwerder, genau beim Flugzeugbau, ging es nicht mehr. Wir sind zur anderen Seite rüber und haben den Kahn an Teufelsbrück vorbei geschoben, bis wir soweit am Lotsenhöft (Abdrift mit einbezogen) vorbei waren, dass wir genau in das Köhlfleet gelangten. Heute ist Schweinesand Tabuzone.
Bei diversen anderen kleinen Fahrten hat Onkel Ewald immer gesagt, ich soll   Ausschau nach Ertrunkenen halten. Er meinte, dass wir die abschleppen und bei der  Wasserschutz anlanden müssen. Es gibt auch Finderlohn dafür. Wir haben nichts  gefunden, worüber ich ehrlich gesagt auch froh war!  
In der `schlechten Zeit`,  gleich nach dem Krieg, gab es kaum etwas zu `brennen`. Umso erfreuter waren  Onkel Ewald und Onkel Gustav, damals noch Student, als sie einen Duckdalben ins  Müggenloch 'ziehen' konnten. Das war eine ganze Menge Holz! In der Nacht  waren sie dabei, ihn zu zersägen, als sie vom Deich eine laute Stimme hörten die  `Hände hoch, hier ist die Polizei`, rief. Einer der Beiden rief: Nicht schießen und  der andere `Jan, büs du dat? Er hatte die Stimme meines Vaters erkannt. Mein  Vater dachte nur kurz daran, die beiden zu verhaften. Aber nur weil es verlockend  gewesen währe, eine Nacht mit Onkel Ewald auf der Wache zu verbringen. Es  währe eine unvergesslich lustige Nacht geworden! Er, Onkel Ewald, war eine tolle  Stimmungskanone! Die drei haben aber eine viel praktischere Lösung gefunden: sie  haben geteilt. Rechts oben der Tatort, wo der Duckdalben 'in der schlechten Zeit'   zersägt  wurde.
Bild in der Mitte: Ich nehme an, dass es zu Weihnachten war, da die Bäume  keine Blätter haben. Es muss an einem Feiertag aufgenommen worden sein, da der Kutterhafen 'voll' ist. Das große Ruderhaus in der Mitte, kann zu einem Bunkerboot  gehören, also ein Lieferant für Treibstoff und Wasser. Bild links: Die Bauart des kleinen Seglers in der Mitte nannte man 'Schoosterkohn'. Das war  eine einfache Bauart, die 'jeder Schuster' mit einfachen Mitteln zusammenbauen   konnte. Bei dem Kahn links im Vordergrund musste man schon detailliertere Kenntnisse und Werkzeuge haben.  
Opa Auedeich hat übrigens immer wenn ein Schiff Rückwerts fuhr, gesagt, he geid öbern Stag.  Der Stag ist bei Segelschiffen die Abspannung des Mastes nach hinten.  Mit anderen Worten, das Schiff fährt rückwärts,  also zurück. Könnte nun dieses "Zurück" der Namesgeber für den Kutterhafen sein, den jeder hier auf Finkenwerder Stack nannte. Mit anderen Worten: Die Kutter sind zurück und das untere Ende vom Holst-Grundstück wurde auch immer "Up’n Blick" genannt, von wo man es  auch auf einen Blick sehen konnte, wer zurück war.
                     



                         
Bild rechts. Eine kleine Werft im Müggenloch direkt vor dem Deich. Den Schuppen habe ich nochgekannt und auch einen der Kähne. Er war unser Konkurent bei den 'Seeschlachten'. Rechts von diesem Bild beginnt die Pahlwerft. Das Bild ist von Lührs seinen Wedie aunfgenommen.
                     



                 
Auf dem Bild in der Mitte, sind die Weiden von Lührs. Dahinter der Wasserturm, der bereits vor dem Krieg abgerissen   wurde. Auf seinem Fundament wurde ein Bunker gebaut. Als in unmittelbarer Nähe eine Bombe runter ging, gab das Fundament nicht nach. Die Erschütterungen konnten nicht in den Untergrund abgeleitet werden. Der Bunker brach auf dem Fundament in sich zusammen und begrub alle 36 Insassen unter sich. Recht vom Wasserturm ist ein kleiner Schornstein zu sehen. Er gehörte zum Räucherschuppen vom Fischhöker Steffens und Mewes. Rechts davon war ein kleiner Anleger. Von dort sind  wir immer in das Boot gestiegen, wenn wir unsere Touren machten. Das Boot lag vor Anker und war nur mit einer Leine zum  Land hin verbunden. Es ist das weiße Boot. Auf dem rechten Bild ist es gleich links vom Schuppen zu sehen und Lührs seine Weiden haben Landunter.
Diese Ecke wurde von unserer Familie 'up'n Blick' genannt und war das hintere Ende vom   Holst-Grundstück (Bäckerei). Wahrscheinlich wurde es so genannt, weil man von dort auf einen Blick sehen konnte, welche Kutter zum   Stack einliefen.
Linkes oberes Bild.  Die Schiffe auf Schlick zu setzen, wie hier in der Aue, war eine gängige Methode, das Unterwasserschiff zu bearbeiten, ohne gleich in die Werft gehen zu müssen. Wenn links die spätere Aueinsel zu sehen ist, dann müssen auf der rechten Seite die Werften Wriede, von Kölln und noch eine, deren Namen ich leider vergessen habe, sein. Der Fischer links im Bild hat seine Seestiefel an. Früher waren diese Stiefel aus gefettetem Leder. Das Schiff ganz rechts im Hintergrund könne ein Frachtschoner sein. In dieser Größe müssen auch die Schiffe gewesen sein, mit denen mein UrUrUrgroßvater JJ Holst seine Reisen gemacht hat.
Oben rechts. Landunter im Müggenloch und Stack. In der Mitte gleich neben dem Schuppen, ist der helle Kahn von Onkel Jakob zu sehen, mit dem wir die schönen Fahrten gemacht haben. Zwischen dem Kahn und den Schiffen dahinter waren die beiden Stremel von Wiesen  vom Fuhrunternehmer Lührs unter Wasser, als er noch Pferd und Wagen hatte. Er hat seine Pferde dort immer grasen lassen.    
                      


                   
Das Service ist der Rest von dem, was mein Großonkel Artur Lorenz einst aus China mitgebracht hat, als er von der SMS "Gneisenau" abgelöst wurde. Die Pfeife gehörte auch dazu und ist eine richtige echte Opiumpfeife. Aus der durfte ich als Jugendlicher schon mal ein bisschen paffen. Meine Großmutter, Oma Lorenz, liebte den Geruch von Tabak, obwohl sie nie geraucht hatte. Dazu hat sie an kalten Wintertagen nur einige (!) Krümel auf eine heiße Herdplatte gelegte und wenn ich dann dazu kam, durfte ich von ihrem Vorrat mir ein Pfeifchen stopfen. Viel ging da ja nicht rein! Aber ich will ehrlich sein. Bei der rechts abgebildeten Pfeife handelt es sich nicht um die meiner Großmutter. Ich habe diese Pfeife auf einem Antikmarkt gesehen, sofort erkannt und erstanden. Sie ist im Bambusteil etwas kürzer aber dafür heil. Die von meiner Großmutter hat einen Längsriss im Bambusmittelstück und das Mundstück hatte keinerlei Verzierung.
Das Bild unten ist eigentlich eine Rarität. Oma und Opa Auedeich zu Besuch bei Oma Lorenz und dann noch im Anzug. Mein Vater mit Fliege (sehr sehr selten) und mein Bruder und ich im Hemd draußen bei Schnee auch selten. Ich kann mich an keine Feier erinnern, wo das zusammenpasst.
Von links: Opa Auedeich und verdeckt daneben Onkel Ewald. Die Damen davor sind mir nicht bekannt. Neben Onkel Ewald, ebenfalls verdeckt kann Tante Antje von Onkel Gustav sein. Von ihrem Mann oder Nochverlobten (?) Onkel Gustav, ist nichts zu sehen. Er könnte der Fotograf sein. Dann kommt mein Vater mit meiner Mutter und uns beiden Kinder davor und daneben Oma Auedeich. Das bereits ist schon merkwürdig, da die Beiden auch nicht unbedingt die Nähe suchten. Daneben könnten Siegried und Elle Prumbaum sowie ganz außen Oma Loren stehen. Links im Türrahmen steht nach meiner einstimmigen Meinung, Tante Manni Prumbaum. Die Lady daneben kenne ich wiederum nicht.
Links ist der Laden vom Uhrmacher Jahnke. Hinter dem rechten Fenster ist die Stube von Oma Lorenz und in der Mitte oben, selbige von Onkel Ewald und Tante Manni. Gefunden habe ich das Bild in einem Album von Sigrid, welches sie von ihrer Mutter geerbt hat. Sigrid konnte bei den Namen auch nicht weiterhelfen.
Warum haben meine Eltern mir so ein Bild nicht vererbt? Das ist auch eines der vielen Familienungereimtheiten?
Dieses Bild ganz unten entstand 2010. Hinter dem Fenster, vor dem ich stehe, bin ich zur Welt  gekommen. Links ist die Auffahrt, nach der Flut wieder errichtet,  aber abgesperrt worden.  Rechts hat Hinnifitz eine Mauer bauen lassen, weil er die Treppen nicht mehr brauchte, da er  von hinten, übers Brack, seine 'Wurstbude' erreichen kann. Von seiner Enkelin habe ich  erfahren, dass er das Haus Nr. 6 bereits wieder verkauft hat. Damals, als mein Vater die Front  erneuert hatte, musste er auch ein Loch vom Flur aus, gleich hinter der Haustür,
    

                 
durch die  Decke nach oben in die Stube von Onkel Ewald bohren, damit ein Kabel möglichst unauffällig  verlegt werden konnte. Mein Vater hatte die Bohrung so präzise ausgeführt, dass Onkel Ewald  begeistert zu seiner Frau, Tante Manni, sagte: De Mann (min Vadder) het sikine Zigar  as Beleunung vodent. Ich habe es selbst gehört und weiß es noch heute, dass es dann doch  nicht dazu kam!
      


    
Rechtes Bild: Die Straße 'Brack', früher hieß sie Kehrwieder, schlängelt sich von unten links bis zum roten  Auto hoch, wo der Deich 'Müggenburg' von linksoben bis rechtsunten geht. Genau gegenüber vom Brack, wo die Person neben dem blauen Auto steht, war das Siel. Bis dahin ging das  Müggenloch. Links vom hellblauen Auto, drei Autos weiter, war die kleine Werft. Die  Pahlwerft befindet sich hinter dem oberen Bildrand und wird wohl auch bald aufgelöst. In dem  Schuppen hinterm Haus Nr. 6 hatte ich bis vor der Flut 62 meinen VW stehen. Die Zufahrt vom Deich ist  hinter  dem hellen Wagen, genau dort, wo das blaue Auto sich befindet. Für das Stück Deich  zwischen dem Haus meiner Oma und der Bäckerei, hatte meine Oma die Deichrechte, was immer das bedeutete.